Fall El Kaouakibi: Die Jugendlichen bei "Let’s Go Urban" wollen gehört werden

In einem offenen Brief beklagen sich die Kids des Antwerpener Sozialprojekts für benachteiligte Jugendliche „Let’s Go Urban“, das durch den mutmaßlichen Subsidien-Missbrauch von Gründerin Sihame El Kaouakibi in die Schlagzeilen geraten ist, darüber, dass niemand um ihre Ansicht bittet und dass sich niemand um sie kümmert. 124 betroffene Jugendliche haben diesen Brief unterzeichnet, in dem es heißt: „Wir sind in großer Sorge, dass der Verein schließen muss und dass wir alle unser zweites Zuhause verlieren“. 

In ihrem Schreiben unterstreichen die Mitglieder dieses sozialen Tanz-, HipHop- und Jugendprojekts, dass sie mit den Untersuchungen gegen Gründerin Sihame El Kaouakibi wegen möglichen Problemen mit der Nutzung von Zuschüssen (siehe nebenstehenden Beitrag und die daran gehängten Links) nichts zu tun haben: „Wir wollen uns vor allem zu unseren Sorgen und zum Verein selbst äußern.“ 

Das einstige Vorzeigeprojekt von El Kaouakibi ist eine Vereinigung ohne Erwerbszweck, die sich um sozial benachteiligte Jugendliche in Antwerpen kümmert und ihnen eine Struktur bietet, gerade auch jetzt in diesen Coronazeiten. Dieses Projekt hat auch Ableger in Brüssel.

Die Kids von „Let’s Go Urban“ weisen darauf hin, dass ihnen das Projekt vor allem seit dem zweiten Corona-Lockdown die Möglichkeit bietet, in sicheren Räumen und mit Computern zu lernen und zu studieren. In dort Corona-konform gebildeten Gruppen können sie zusammenarbeiten und sie können sich zu ihren Problemen äußern, wobei ihnen Sozialarbeiter und andere Jugendliche zuhören.

Es werden über unsere Köpfe hinweg Entschlüsse getroffen. Wir bekommen keine Zukunftsperspektive. Es geht um uns, doch niemand fragt nach uns. Das trifft uns hart.“

Offener Brief der Jugendlichen von „Let’s Go Urban“

Die Jugendlichen von „Let’s Go Urban“ befürchten, dass die Vereinigung geschlossen und aufgelöst wird. Dass sie die Auswirkungen der laufenden Verfahren und der Entwicklungen rund um die umstrittene Gründerin Sihame El Kaouakibi lediglich aus der Presse erfahren, halten sie für eine große Enttäuschung: Es werden über unsere Köpfe hinweg Entschlüsse getroffen. „Wir bekommen keine Zukunftsperspektive. Es geht um uns, doch niemand fragt nach uns. Das trifft uns hart.“

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