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Impfstofflieferungen rollen - Vereinzelt auch sonntags Impfungen - Freiwillige helfen in Impfzentren aus

In einigen Impfzentren in Belgien wird auch an diesem Sonntag gegen Corona geimpft. Dies wird durch die jetzt rascheren Lieferungen von größeren Mengen an Impfdosen möglich. Auch dadurch wird die Impfkampagne in Belgien weiter beschleunigt. In einigen Impfzentren in Flandern helfen sonntags auch begeisterte Ehrenamtliche und Freiwillige aus.

Zum ersten Mal werden jetzt auch Corona-Impfungen an Sonntagen vorgenommen. Im belgischen Bundesland Flandern ist das z.B. in Tielt (Prov. Westflandern), in Sint-Niklaas (Prov. Ostflandern) und Malle (Prov. Antwerpen) der Fall. Inzwischen nimmt das Impfen an Fahrt auf. Kommende Woche werden in Flandern rund 360.000 Impfdosen gespritzt. Zum Vergleich: Letzte Woche wurden knapp 250.000 Dosen verabreicht.

Viel mehr Impfungen möglich

In Malle wurden bei der Eröffnung des Impfzentrums noch 400 Impfungen pro Tag vorgenommen. Inzwischen werden hier bis zu 1.200 Personen am Tag gegen Corona geimpft. Das Zentrum macht deshalb jetzt auch sonntags auf, wie Pieter Poriau, der Leiter der Einrichtung, am Sonntag gegenüber VRT NWS angab: „Wir wissen schon seit einigen Wochen, dass wir große Mengen an Impfdosen erhalten würden.“

Ehrenamtliche Helfer lassen sich mit Leichtigkeit finden

Er, das Team seiner Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen haben sich deshalb dazu entschlossen, lieber auch an Sonntagen hierherzukommen, als die Öffnungszeiten in der Woche zu verlängern. Poriau ist begeistert davon, dass diese Möglichkeit nicht daran scheiterte, dass zu wenig Mitarbeiter oder Helfer zur Verfügung stehen: „Es ist überhaupt kein Problem, um Leute zu finden, die hier sonntags helfen kommen möchten. Hier sind alle superbegeistert.“

Nachts impfen? „Wenn es nötig ist…“

Das Impfzentrum findet seine Freiwilligen mit einer eigens eingerichteten App, ruft aber auch Interessierte, die sich in Listen eingetragen haben, auf dem Handy an: „Einige haben ihr Mobiltelefon ständig in ihrer Nähe, um nur ja keinen Aufruf zu verpassen…“ Die Nachfrage ist also größer als das Angebot. Bald sollen hier bis zu 2.000 Impfungen pro Tag möglich sein, doch rund um die Uhr soll hier nicht geimpft werden, auch wenn Anne De Wert, eine ehrenamtlich hier tätige Rentnerin sagte: „Och, wenn das nötig ist, dann kommen wir auch mal eine Nacht machen…“ 

Umfangreiche Impfstoff-Lieferungen erwartet

Pierre Van Damme, Professor für Impfmedizin an der Antwerpener Universität (UAntwerpen), Mitglied der belgischen Impf-Taskforce und des Corona-Beratungsgremiums der Regierung (GEMS), deutete am Sonntag gegenüber VRT NWS an, dass in den kommenden Tagen und Wochen wesentlich mehr Impfstoffe geliefert werden, als vor einigen Wochen noch erwartet werden konnte. Zum Beispiel werden noch im April die ersten Lieferungen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet, die ebenfalls 10 Tage früher eintreffen werden, als vereinbart. „Damit können wir noch mehr Menschen noch schneller impfen“, so Van Damme

Zurückhaltend bezüglich Lockerungen

Der Impfspezialist bleibt hingegen zurückhaltend, was die Forderungen betrifft, die Corona-Maßnahmen schneller zu lockern. Auch er ist der Ansicht, dass es für fast gleichzeitige Lockerungen noch zu früh ist. Er will vermeiden, dass sich die Coronazahlen auf einem hohen Niveau stabilisieren und dass sich zu schnell wieder zu viele Menschen treffen und sich sicher fühlen.

Die Politik muss entscheiden

Am Mittwoch muss die Politik darüber entscheiden, ob die Schulen ab dem 19. April und die Cafés und Restaurants ab dem 1. Mai wieder geöffnet werden können. Dass die Schulen wieder öffnen, scheint sicher. Davon geht auch Pierre Van Damme aus. „In den anderen Sektoren sollten wir lieber Schritt für Schritt vorgehen und noch ein bisschen warten, damit wir Zeit gewinnen, bis die Impfkampagne weiter fortgeschritten ist. Je mehr Menschen geimpft sind, je besser ist das für die Gesellschaft.“

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