66 Antwerpener Fans vor Gericht wegen "Free Fights": Fußball-Hooligans organisierten Schlägereien

Heute, Montag, 12. April, beginnt vor dem Antwerpener Strafgericht der Prozess gegen 66 Hooligans des Fußballclubs Antwerpen. Sie sind wegen organisierter Massenschlägereien gegen Fans anderer Fußballvereine angeklagt.

Der Fall kam ans Licht, als Antwerpener Hooligans im Sommer 2017 einen Bus mit Beerschot-Anhängern in Mortsel angriffen. Bei den anschließenden Ermittlungen entdeckte die Polizei auf den Handys der Hooligans allerlei Videos und Fotos von organisierten Schlägereien, sogenannten "Free Fights". Dabei zeigte sich, dass Mitglieder des harten Kerns der Anhänger des R. Antwerp FC heimlich Absprachen mit rivalisierenden Hooligans trafen, um sich an abgelegenen Orten zu prügeln. Im Prinzip tritt eine gleiche Anzahl von Hooligans in einer vorher festgelegten Zeitspanne gegeneinander an.

Die Fotos unten wurden von den Teilnehmern selbst unkenntlich gemacht. Der Text wird darunter fortgesetzt.

Alle Teilnehmer an diesen sogenannten "Freikämpfen" haben freiwillig daran teilgenommen und wussten daher im Voraus, dass sie das Risiko eingehen, verletzt zu werden. Dennoch handelt es sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft um eine Straftat. Derzeit werden 66 Personen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Anstiftung oder Mitgliedschaft in einer Bande oder wegen des Besitzes einer verbotenen Waffe verfolgt.

Wegen der Corona-Maßnahmen hat das Gericht vier Tage für die Verhandlung angesetzt. An jedem Sitzungstag werden etwa fünfzehn Angeklagte gehört. Ein Urteil wird später folgen. Für die Zukunft ist ein ähnlicher Prozess gegen 24 Anhänger des Fußballvereins Beerschot geplant. Auch die Hardcore-Anhänger anderer Fußballvereine im In- und Ausland nehmen an solchen "Freikämpfen" teil, wie Fotos auf spezialisierten Facebook-Seiten zeigen.

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