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Johnson&Johnson "verzögert Einsatz" seines Impfstoffs in Europa: Gilt auch für Belgien

Johnson&Johnson teilte  am Dienstag mit, die Auslieferung seiner Impfstoffs in Europa werde nach der von der amerikanischen FDA empfohlenen Pause verschoben. Hiervon ist auch das belgische Impfprogramm betroffen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte wegen möglicher Nebenwirkungen eine Aussetzung der Impfung mit dem Vakzin empfohlen. Bei sechs Personen waren nach einer Impfung mit dem Impfstoff Thrombosen festgestellt worden.

Bereits in den vergangenen Tagen war die Auslieferung des Impfstoffs in Europa in Frage gestellt worden, da 15 Millionen Dosen des Vakzins durch einen Produktionsfehler vernichtet werden mussten. 

In einer Erklärung sagte das pharmazeutische Unternehmen, dass "die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen, die (seine) Produkte verwenden" seine "oberste Priorität" sei. Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden, hieß es beim U.S. Center for Disease Control and Prevention (CDC), die oberste Gesundheitsbehörde des Landes, und der U.S. Food and Drug Administration (FDA). Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Es handele sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Johnson & Johnson teilte mit, die Fälle würden mit den europäischen Gesundheitsbehörden geprüft, und dass es "proaktiv die Entscheidung getroffen hat, die Einführung des Impfstoffs in Europa zu verzögern.“

Situation wird von der belgischen Impf-Taskforce genau beobachtet

Am Wochenbeginn hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im März zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Arzneimittelbehörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs.

Die ersten 36.000 Johnson Johnson-Impfstoffe wurden gestern/Montag auch an unser Land geliefert. Normalerweise sollten die ersten Belgier nächste Woche mit diesem Impfstoff geimpft werden. Trotz der Nachrichten aus den USA wird diese geplante Impfung bis auf weiteres beibehalten. "Wir verfolgen die Situation sehr genau, auch auf europäischer Ebene", sagt Gudrun Briat, Sprecherin der belgischen Impf-Taskforce. "Bislang haben wir aber noch keine Signale erhalten, dass wir die geplante Impfung einstellen sollten."

Am 11. März erhielt der Impfstoff von Johnson&Johnson als vierter Covid-19-Impfstoff grünes Licht von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Dies wurde als ein wichtiger Meilenstein für die Impfkampagne beschrieben, da der Impfstoff von Johnson&Johnson im Gegensatz zu anderen Corona-Impfstoffen nur eine  einzige Injektion erfordert und in normalen Kühlschränken gelagert werden kann. Belgien rechnet in den kommenden Monaten mit 1,4 Millionen Dosen des Vakzins.

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