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Mammuts im Land der Schelde: Paläontologen restaurieren historische Ausgrabungsstücke

In Berlare in Ostflandern am nördlichen Ufer der Schelde restaurieren Paläontologen im Auftrag der Stadt in den 1970er Jahren ausgegrabene Fundstücke von Mammuts, Wollhaar-Nashörnern und riesigen Hirschen, von Tieren also, die vor zehntausenden Jahren in dieser Gegend gelebt haben. Berlare will diese Ausgrabungsstücke in ihr kommunales Kulturerbe integrieren.

Im Land der Schelde in der Nähe von Berlare, wo heute das Naherholungsgebiet „Nieuwdonk“ zu finden ist, befand sich früher eine riesige Sandgrube, in der immer wieder Skelette und Reste von Urtieren ausgegraben wurden - sogar Haifischzähne. 

Zuletzt gab es in den 1970er Jahren solche Ausgrabungen. Die damals entdeckten Stücke wurden der Stadt Berlare im Rahmen einer Schenkung im vergangenen Jahr übertragen.

„Diese Sammlung umfasst verschiedene Knochen und Gebisse von Mammuts, von Bibern und von Wölfen. Hier wurden auch vollständige Skelette mit Bissspuren von Grottenhyänen gefunden. Das lässt darauf schließen, dass solche Tiere hier in der Gegend effektiv gelebt haben“, sagte der Paläontologe Anthonie Hellemond gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern.

Um zu vermeiden, dass sich diese Fundstücke in Staub auflösen, wurde ein Teil des Kulturzentrums „Stroming“ in Berlare zu einem Labor umgebaut, in dem einige Wissenschaftler den Bestand katalogisieren und danach restaurieren. Die Zeit drängt, denn die Knochen beinhalten Pyrit, ein Mineral, dass sie in Kontakt mit Luft und Feuchtigkeit auf Dauer zerfallen lassen kann, so Hellemond.

Unter den Ausgrabungsstücken sind weiter Reste von wollhaarigen Nashörnern und auch Riesenhirschen, Urtiere, die hier vor zehn- bis hunderttausend Jahren gelebt haben. „Wir versuchen, die Teile aus der Luft zu halten und bestreichen sie mit einem Mittel, dass sie erhalten wird. Tun wir das nicht, dann zerbröseln sie zu Staub. 

Jedes 4. Knochenstück ist bereits von Pyrit befallen. Es wurde Zeit, dass wir damit anfangen“, sagte Hellemond weiter. Was genau die Gemeinde Berlare mit der Sammlung anfangen wird, ist noch unklar, doch dass sie erhalten bleiben muss, steht in der Stadt außerfrage. 

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