Pfizer/BioNTech: Vorgezogene Lieferung von Impfdosen auch für Belgien - J&J-Impfungen werden vorerst ausgesetzt

Der Pharmakonzern Pfizer/BioNTech hat angekündigt, rund 50 Millionen Corona-Impfdosen früher an die EU auszuliefern, als angekündigt. Belgien wird aus dieser vorgezogenen Lieferung 1,28 Millionen Impfdosen erhalten. Bis Ende Juni soll die Union von Pfizer/BioNTech 250 Impfdosen erhalten, teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch mit. Inzwischen sieht Belgien vorläufig von Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson ab. 

„Die zusätzlichen Pfizer-Impfstoffe sind eine besonders gute Nachricht, zumal die Impfungen jetzt eine wichtige Rolle im Hinblick auf den Stufenplan zu einer offeneren Gesellschaft spielen“, sagte Belgiens Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) laut einer Meldung aus seinem Kabinett am Mittwoch.

Belgien wird aus der vorgezogenen Lieferung von Pfizer/BioNTech 1,28 Millionen Impfdosen erhalten, erwartet die Impf-Taskforce der belgischen Regierung. Diese Lieferungen können die Lücke teilweise schließen, die durch die Aussetzungen der Lieferungen und der Anwendung der Vakzine von Johnson & Johnson entstehen. Der US-Konzern kündigte am Dienstag an, nach Fällen von Blutgerinnseln nach einer Impfung mit diesem Mittel Auslieferungen proaktiv auszusetzen.

Pfizer/BioNTech wird Belgien im Zeitraum April bis Juni nach Vereinbarung 5 Millionen Impfdosen liefern. Die vorgezogenen 1,28 Millionen Dosen kommen da noch hinzu.  

Belgien verzichtet vorerst auf J&J-Impfdosen

Für Belgien ist das J&J-Problem ein Rückschlag in der Impfkampagne. Eigentlich sollte der Konzern noch in diesem Monat weitere Chargen seines Corona-Impfstoffs ausliefern. Belgien hatte am Montag die ersten 36.000 Dosen dieses Impfstoffs geliefert bekommen. Ursprünglich war geplant, diese ab Ende dieser Woche einzusetzen. 

Doch am Mittwochnachmittag haben die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern in Belgien beschlossen, diese Impfdosen vorerst nicht zu nutzen. Damit folgen sie einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), die nach Meldungen aus den USA, nach denen einige Frauen Blutgerinnsel nach Impfungen mit diesem Vakzin entwickelt haben. 

In der kommenden Woche wird eine neue Empfehlung der EMA erwartet, die die Vorgänge rund um dieses Präparat analysieren wird. 

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