Archivfoto zur Illustration

Bozar Brüssel zeigt eine Ausstellung zum Thema "Zensur in der Comicwelt"

„Tausend Bomben und Kastraten - Zensur im Comic“ ist der Titel dieser Ausstellung im Brüsseler Kulturtempel Bozar. Die Ausstellung befasst sich didaktisch mit diesem Thema und basiert auf einer gleichnamigen Buch des flämischen Comic-Fachmanns und Autoren Jan Smet. Diese Ausstellung umfasst viel mehr als nur die bekannten Flüche von Kapitän Haddock in den Tim & Struppi-Abenteuer, die eher als harmlos zu sehen sind.

Wie sehr sich die Zensur in den Comics auch außerhalb Belgiens eingeschlichen hat, belegen zahlreiche Beispiele, die Jan Smet in seinem Buch zusammengefasst hat. Dabei handelt es sich bei weitem nicht nur um Bereiche, wie Gewalt, Drogen, Rassismus, Sprache oder Geschlecht und Sex, sondern auch um viel subtilere Einflussnahme.

Jan Smet zeigt, wie sehr sich die Zensur im Laufe der Zeit auf die Zeichentrick-Szene ausgewirkt hat und wie sehr sie in diesem Hinblick Einfluss auf die Zeitgeschichte und die entsprechende Gefühlswelt genommen hat.

Eigentlich haben sich Comiczeichner, Illustratoren und Cartoonisten ähnlich wie Journalisten stets gegen Einflussnahme wehren müssen. Immer hat es Versuche gegeben, diese an der Ausübung ihres Jobs zu hindern oder deren Kreativität anzupassen. Dabei ging und geht es nicht immer nur am das Recht auf freie Meinungsäußerung, sondern auch um Einflussnahme auf das Gezeigte.

Wie dies aussehen kann und ausgesehen hat, zeigen das Bozar und Jan Smet in seinem Buch und mit dieser Ausstellung eindrucksvoll. Da geht es um den Cowboy Lucky Luke, der nicht mehr rauchen durfte oder auch um das Fabelwesen Marsipulami, der angeblich einen schlechten Einfluss auf die Jugend hatte…

Die Ausstellung führt visuell und didaktisch durch ein Jahrhundert voller Spannungen. Auf der einen Seite stehen hier die Zeichner und die Szenaristen und auf der anderen Seite die Herausgeber, die Chefredakteure aber auch Geistliche und Politiker.

„Tausend Bomben und Kastraten - Zensur im Comic“ läuft vom 16. April bis zum 16. Mai im Bozar, Palast der Schönen Künste, Ravensteinstraat 23, 1000 Brussel. Info: www.bozar.be (wegen Corona empfiehlt es sich auch hier, vorher zu reservieren). 

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