Garnelen in den Docks im Antwerpener Hafen? "Je mehr von ihnen, desto besser ist die Wasserqualität"

Taucher haben unlängst Fangnetze an der Lillo-Brücke im Hafen von Antwerpen ins Wasser gelassen, um nachzuprüfen, ob dort in der Nähe von zahlreichen Docks Garnelen und andere Wassertiere leben. Je mehr dieser Tiere in den Netzen gefunden werden, desto besser ist die Wasserqualität in den Hafenbecken und nicht zuletzt auch in der Schelde, so ein Biologe der Universität von Antwerpen (UAntwerpen).

„In den Docks hat es in letzter Zeit einige Anpassungen gegeben, um dort für mehr Biodiversität zu sorgen. Wir überprüfen jetzt, ob das etwas gebracht hat“, sagte der UAntwerpen-Biologe Jonas Schoelynck dazu gegenüber VRT NWS.

Bei den dort gesuchten Tieren legen die Biologen ihren Fokus in erster Linie auf Garnelen, Würmern und Schnecken. Ob sich solche Tiere tatsächlich in der unmittelbaren Nähe der Docks niederlassen, wollen nicht nur die Biologen der Antwerpener Uni wissen, sondern auch die Hafenbehörden.

Im Auftrag des Port of Antwerp lassen die Biologen Fangnetze ins Wasser ab, um entsprechende Stichproben nehmen zu können. „Nach 5 Wochen holen wir die Netze und die Käfige wieder heraus und analysieren sie in unseren Laboren“, so Scheolynck. Solche Wassertiere sind ein Barometer für die Wasserqualität in den Docks: „Die Docks sind mit der Schelde verbunden, also ist die Wasserqualität dort auch besser.“

Vor einiger Zeit wurde die Umgebung einiger Docks in der Nähe der Lillo-Brücke unter der Wasseroberfläche angepasst, um zu versuchen, hier für mehr Biodiversität zu sorgen. So wurden glatte Betonwände durch raue Wände ersetzt, an denen sich z.B. Schnecken festhalten können. Zusätzlich zu solchen Reliefs wurden an der Brücke selbst unter Wasser grobe Taue angebracht. Ob das wirklich für Resultate sorgt, wollen die Biologen jetzt analysieren. Man darf gespannt sein. 

Garnele
Máté Molnár

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