Rob Engelaar Fotografie

Lockerungen der Corona-Maßnahmen? Die belgischen Gastronomen sind sauer

Die vom Konzertierungsausschuss der Regierungen in Belgien erlassenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen ermöglichen der Gastronomie die Öffnung der Terrassen ab dem 8. Mai. Doch die Tatsache, dass sich diese Möglichkeit der Öffnung zunächst auf die Außengastronomie beschränkt und nicht schon, wie seit langem gefordert, ab dem 1. Mai, sorgt für Verärgerung im Sektor.

Dass ab dem 8. Mai nur die Terrassen geöffnet werden dürfen und dies auch nur unter der Bedingung, dass die Entwicklung der Corona-Gesundheitslage dies zulässt, reicht den Gastronomen nicht. Und die Ta  tsache, dass die Wirte ihre Gäste im Inneren von Cafés und Restaurants voraussichtlich erst ab Anfang Juni begrüßen können, sorgt auch nicht gerade für Begeisterungsstürme.

Die Gesundheitslage als Vorbedingung (ab 1. Juni weniger als 500 Corona-Patienten auf Intensivstationen und mindestens 70 % der Über-65-Jährigen müssen gegen Covid-19 geimpft sein), sorgt ebenfalls für Kritik.

"Bitte keine Spielchen spielen"

In einigen Städten im Land, z.B. in Lüttich oder an der belgischen Nordseeküste, kündigten Gastronomen an, ihre Lokale schon ab dem 1. Mai wieder zu eröffnen und vereinzelt können sie dabei mit der Unterstützung der jeweiligen Bürgermeister rechnen, die in diesem Falle eher die Augen schließen werden. Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) rief denn auch die Bürgermeister dazu auf, „bitte keine Spielchen zu spielen.“

Matthias De Caluwe vom flämischen Gastronomieverband Horeca Vlaanderen sprach gegenüber der Tageszeitung Het Laatste Nieuws von Bewölkung: “Ein minimaler Sonnenstrahl, doch kein blauer Himmel und noch viele Unklarheiten. Die einzige Sicherheit ist die, dass es keine Sicherheiten gibt. Ich glaube, dass es wichtig ist, unseren Unternehmen im Voraus zu sagen, ob es möglich ist, dies umzusetzen.“

"Lieber alles ab dem 1. Mai geöffnet"

Erik Beunkens, von FedCaf, einer Vereinigung von Café- und Kneipenbetreibern, glaubt, dass sich die Regierung auf Glatteis begibt, da die Gastronomen, die über keine Terrasse verfügen, benachteiligt werden: „Wir hätten am liebsten alles am 1. Mai geöffnet. Jetzt folgt Diskriminierung und Undeutlichkeit. Dann hätten wir lieber noch einen Monat länger zugemacht, unter der Bedingung, dass man uns dafür kompensiert hätte, um danach so zu starten, wie es sein soll.“

Die belgische Bundesregierung, allen voran Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit), zählen auf das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung und appellieren daran, die geltenden Coronaregeln einzuhalten, denn sonst würde das bisher Erreichte und das Ziel, einer Gesellschaft in Freiheit, zu Fall gebracht. 

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