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WWF: "Belgien gehört zu den größten Nutznießern von weltweiten Waldrodungen"

Nach China ist die Europäische Union der größte Importeur von Tropenholz und fördert damit nach Ansicht des Welt-Naturfonds WWF die Rodung von Regenwäldern, wobei damit massiv zum Klimawandel beigetragen wird. Innerhalb der EU gehört Belgien zu den 8 Ländern, die am meisten Tropenholz importieren: 80 % des Gesamtvolumens, so der WWF.

Der WWF fordert von der EU und auch von Belgien strengere Gesetze gegen den Import von Tropenholz und auch gegen den Import von landwirtschaftlichen Produkten aus Ländern, wie Indonesien oder Staaten in Afrika und Lateinamerika, die dazu Wälder abholzen, um auf den so freiwerdenden Flächen Monokulturen zu betreiben z.B. für den Anbau von Palmöl, Soja, Kaffee oder Kakaobohnen bzw. für Weideflächen für die Rinderzucht.

Laut WWF-Berechnungen war Belgien im Zeitraum 2015 bis 2017 für die Abholzung von 148 km² Waldfläche verantwortlich, sprich für 7 % der entsprechenden für die EU abgeholzte Oberfläche. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich diese Zahl nicht nur auf die Einfuhr von solchem Holz konkret für Belgien bezieht, sondern auch auf die Menge von Tropenholz, dass über die belgischen Seehäfen nach Europa importiert wird.

"Belgien ist auch als EU-Einfuhrland mit verantwortlich"

Laut dieser Berechnung, die auf Statistiken aus einer internationalen Untersuchung des Stockholm Environmental Institute fußt, ist der ökologische Fußabdruck Belgiens auf weltweiter Ebene prozentual größer, als der im eigenen Land. Dies bestätigen auch Forschungen des flämischen Instituts für Natur und Wald (INBO).

Von Seiten der Katholischen Universität von Louvain-La-Neuve (UCL) in Wallonisch-Brabant heißt es dazu, dass die Rolle Belgiens auf dieser Ebene international äußerst Kritikwürdig sei. Das liege zum einen am hiesigen Konsumverhalten und zum anderen eben an Belgien als in Europa wichtiges Importland durch seine Häfen (Zeebrügge, Antwerpen, Gent). 

Global denken, lokal handeln?

Von daher fordert der WWF von der EU und von Belgien Gesetze zum Schutz von Savannen, Regenwaldgebieten, Graslandschaften und Feuchtgebieten sowie eine höhere Transparenz für die Rückverfolgung von derartigen Produkten, um die Lieferkette von sensiblen Rohstoffen deuten zu können. Damit können auch die Verbraucher besser kontrollieren, was sie kaufen und was nicht. In Belgien gilt daher der Aufruf des WWF, regionaler oder lokaler einzukaufen und auf kürzere Lieferketten und -wege zu achten. 

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