Wegen Dioxin-Emissionen: Holzhändler muss 280.000 Euro Strafe zahlen

Das Holzunternehmen Wonterspan aus Wontergem bei Deinze (Provinz Westflandern) ist vom Gericht zu einer Geldstrafe von 280.000 Euro verurteilt worden, weil seine Feuerungsanlage extrem viel Dioxine und Blei ausgestoßen hatte. Das Familienunternehmen versuchte, die erhöhten Emissionswerte zu vertuschen, indem es einen Messbericht fälschte. "Das Unternehmen hat weder Rücksicht auf die Umwelt noch auf die öffentliche Gesundheit genommen”, begründete der Richter sein Urteil. 

Im Frühjahr 2017 hatte ein Nachbar sich über die Verbrennung von Holzabfällen durch das Unternehmen Sorgen gemacht. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin am 18. Mai eine Messung durchführen, die ergab, dass die Feuerungsanlage von Wonterspan 2,5-mal mehr Dioxin als gesetzlich erlaubt ausstieß. Die Emission von Schwermetallen überschritt das Maximum sogar um das 7,5-fache. Eine erneute Messung ein Jahr später ergab, dass die Dioxin-Emissionswerte immer noch zu hoch waren und bei den Schwermetallen fast der gleiche Wert erreicht wurde. 

Das Unternehmen reichte bei den Inspektoren einen gefälschten Messbericht ein, der vorgab, das mit den Werten alles nach Vorschrift verlief. Wegen dieser Fälschung und weil die erforderlichen Messungen nicht rechtzeitig durchgeführt worden waren, musste sich das Unternehmen ebenfalls vor Gericht verantworten.

Der Umweltrichter wies alle Argumente des Unternehmens zurück und verurteilte es zu einer Geldstrafe von 280.000 Euro. Außerdem darf Wonterspan die Feuerungsanlage nicht mehr nutzen, solange keine Genehmigung für die Installation und den Betrieb einer Filteranlage vorliegt. 

"In diesem Betrieb herrschte eine strukturelle Missachtung der Umweltnormen. Blei und Dioxine sind sehr schädlich für Mensch und Umwelt", begründete der Richter sein Urteil. 

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