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Immer mehr tote Robben an flämischen Stränden. Sind sie eine leichte Beute für Füchse?

Dieses Jahr wurden bereits 50 tote Robben an den Stränden der flämischen Küste gefunden. Das ist schon jetzt mehr als jeweils in den beiden letzten Jahren. Auch wenn diese Zahl besorgniserregend klingt, spiegelt diese Todesrate tatsächlich die Zunahme der Robbenpopulationen in der Nordsee wider. 

Jahrelang gab es kaum Robben an unseren Stränden. Seit dem Jagdverbot in den 1960er Jahren konnten sich die Populationen in der südlichen Nordsee aber deutlich erholen. Kegelrobben und Seehunde werden seitdem häufiger an der Küste und sogar in der Scheldemündung gesichtet. Da es immer mehr Robben in der Nordsee gibt, ist es völlig normal, dass mehr von ihnen an die Küste gespült werden.

Jan Haelters, Meeresbiologe am Königlichen Belgischen Institut für Naturwissenschaften, erklärt: "Im vergangenen November und Dezember wurden in den Nachbarländern viele Kegelrobben geboren. Infolgedessen wurde unsere Küste in diesem Frühjahr sehr viel häufiger von diesen Jungtieren besucht. Im Südosten Englands gibt es zum Beispiel einen Ort, an dem 1991 95 Robben geboren wurden. Jetzt, im Jahr 2020, waren es bis zu 4.000."

Junge Robben brauchen Ruhe

Wenn es immer mehr Robben in der Nordsee gibt, ist es auch normal, dass mehr von ihnen sterben und an die Küste gespült werden. Jan Haelters: "Die Haupttodesursache sind die Fischernetze, in denen sich die Robben verheddern und schließlich ertrinken. Es ist schwierig, dies zu verhindern. Bei Schweinswalen ist dies möglich, indem an den Netzen Vorrichtungen angebracht werden, die einen Ton aussenden, der sie erschreckt. Aber bei Robben funktioniert das leider nicht."

Aber auch bei Robben gibt es eine natürliche Sterblichkeit. Jan Haelters: "Die Sterblichkeitsrate selbst ist nicht so schlimm. Es handelt sich nicht mehr um eine gefährdete Art. Aber einige der von uns untersuchten Tiere wurden von Füchsen zu Tode gebissen. Manchmal verkriechen sich junge Robben in den Dünen, um sich auszuruhen. Und dort sind sie eine leichte Beute für den Fuchs.“

Wenn sich die Robben am Ufer ausruhen, können sie von Menschen oder Hunden, die nicht angeleint sind, belästigt werden, was ihnen unnötigen Stress bereiten kann. "Von Ende Dezember bis März-April kommen die Robbenwelpen an unsere Strände, um sich auszuruhen. Für ihr Überleben ist es entscheidend, dass sie genug Ruhe bekommen", sagt Natuurpunt, der flämische Verband für Naturschutz. Der Verein ruft dazu auf, einen ausreichenden Abstand zu den Tieren einzuhalten und Hunde an der Leine zu führen.

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