Belgiens Sozialpartner einigen sich auf höhere Sozialleistungen

Die Tarif- und Sozialpartner in Belgien haben sich nach monatelangen Verhandlungen auf höhere Sozialleistungen einigen können. Bei den Gesprächen ging es in erster Linie um die Anhebung der niedrigsten Einkommen, die ab dem 1. Juli um rund 2 % bis 3,5 % steigen werden. 

Die belgische Bundesregierung konnte die eigentlich als gescheitert geltenden Sozialverhandlungen wieder in Gang bringen, als sie ankündigte, dazu mit 700 Mio. € beizutragen. Dabei forderte sie die Sozialpartner dazu auf, selbst vorzuschlagen, wie diese Mittel eingesetzt werden sollen.

Daraus resultierte, dass die Gelder in erster Linie für Arbeitslose, für Kranke und Invaliden, sowie für höhere Mindestrenten aufgewendet werden soll. Die höheren Sozialleistungen werden ab dem 1. Juli 2021 ausgezahlt. Davon können rund 1 Million Bürger in Belgien profitieren.

Aus Gewerkschaftskreisen verlautete, dass mit einer durchschnittlichen Anhebung der Sozialleistungen um 2 % eine Mindestrente von 1.500 € pro Monat bald erreicht werden könne. 

Was wurde beschlossen?

  • Die Renten steigen um 2 %
  • Die Sozialleistungen bei Krankheit und Invalidität steigen um 2 % und um 2,5 % für Haushaltsvorstände, die regelmäßig gearbeitet haben
  • Vollentschädigte Arbeitslose: Unverheiratete Lebensgemeinschaften + 2 %, Alleinstehende + 2,4 %, Haushaltsvorstände + 3,5 %
  • Kurzarbeiter und zeitweilige Arbeitslose + 3,5 %
  • Sozialleistungen für Opfer von Arbeitsunfällen oder von Berufskrankheiten + 2 %
  • Sozialhilfe und andere spezifische Sozialleistungen steigen um 2 %

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