Belgiens Regierung bestätigt den Rückzug aus Afghanistan noch vor dem Sommer

Der Abzug der belgischen Soldaten aus Afghanistan soll bis zum kommenden Sommer abgeschlossen sein. Dies bestätigte Bundesverteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) nach einem Treffen mit ihrer deutschen Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Brüssel am Montag. Derzeit sind rund 70 belgische Soldaten im Rahmen eines Nato-Mandats in Afghanistan stationiert.

In der vergangenen Woche hatten die 30 Nato-Länder beschlossen, dass die rund 10.000 Soldaten aus dem Kontingent für die „Resolute Support Mission“ (RSM) ab dem 1. Mai nach und nach abgezogen werden. Die Nato bietet den Sicherheitskräften in Afghanistan seit Jahren Hilfe und Beratung z.B. in Ausbildungsfragen.

Doch der neue US-Präsident Joe Biden hatte unlängst angekündigt, dass alle amerikanischen Soldaten bis zum 20. Jahrestag der Anschläge auf New York und Washington am 20. September 2021 aus Afghanistan abgezogen werden sollen. Die Anschläge am sogenannten „9/11“ waren seiner Zeit der Auslöser für den US- und Nato-Einsatz in Afghanistan. Damit wird der internationale Einsatz dort quasi unmöglich und ist alleine von europäischer Seite her nicht zu stemmen.

Seit 2002 sind auch belgische Truppen mit dabei. Sie gehören zu einem aus Soldaten aus rund 20 Ländern zusammengestellten Kontingent, dass vom Bundeswehr-Lager „Camp Marmal“ in der Nähe von Masar-i-Sharif im Norden Afghanistans aus eingesetzt wird. Diesen Teil der RSM-Mission leitet Deutschland, von wo aus rund 1.100 Soldaten hier zum Einsatz kommen.

Nach Angaben von Belgiens Verteidigungsministerin Dendonder wird in einer ersten Phase eine weitere belgische Einheit nach Afghanistan verlegt, die den Abzug in die Wege leiten soll. Belgien zieht seine Truppen in Absprache mit der deutschen Bundeswehr aus Afghanistan zurück.  

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