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Bildungsminister Weyts: "Keine verkürzten Sommerferien für die Schulkinder in Flandern"

Nach Aussagen von Flanderns Bildungsminister Ben Weyts (N-VA) soll es in diesem Sommer nicht zu verkürzten Sommerferien durch Corona kommen. Gegenüber VRT NWS sagte Weyts, dass er entsprechenden Diskussionen nicht aus dem Weg gehe. Gegen kürzere Sommerferien habe er grundsätzlich nichts, doch sollte dies nicht mehr in diesem Jahr durchgeführt werden.

Auch in Flandern sorgte die Coronakrise im Schulwesen für Probleme und für ein sich ständig veränderndes System aus Wechselunterricht, Fernunterricht und Präsenzunterricht und nicht zuletzt wurden die Osterferien um eine Woche auf zwei Wochen verlängert. 

Inzwischen haben die 2. und 3. Klassen im Sekundarschulwesen fast schon das gesamte Schuljahr lang Homeschooling. Auch aus diesem Grunde empfehlen Fachleute aus dem Bildungswesen, dass das Schuljahr um einige Wochen verlängert werden soll, um Lernrückstände aufzuholen.

Doch davon hält der flämische Bildungsminister nicht viel: „Spezifisch für Kinder mit Lernrückstand haben wir die Sommerschule, um ihnen Nachhilfe zu bieten. Dazu machen wir 10 Mio. € frei.“ Verlängerte Sommerferien würden einen enormen Einfluss auf die Planung des Privatlebens zahlloser Menschen haben, so Weyts. 

Damit meint er u.a. die Ferienplanung von Unternehmern und Arbeitnehmern: „Ich denke nicht, dass jetzt der Moment ist, sich darüber in diesen Coronazeiten zu streiten.“

Die Idee zu einer Verlängerung der Sommerferien kommt u.a. von Dirk van Damme, ein Unterrichtsfachmann aus Flandern, der die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit) in Bildungsfragen berät. 

Van Damme glaubt, dass kürzere Sommerferien im allgemeinen einem Lernrückstand Abhilfe verschaffen würden: „Studien belegen, dass sich eine lange Pause während dem Sommer für Schulkinder mit Lernschwierigkeiten besonders negativ auswirkt. Ich finde einfach, dass wir die Situation nutzen sollten, um eine entsprechende gründliche Diskussion zu starten." 

Derzeit verändere sich so viel, ohne dass starke Impulse von außen in Betracht gezogen würden. Corona sei solch ein Impuls, den man nutzen sollte, so OECD-Berater Dirk van Damme. In Belgien dauern die Schulferien 2 Monate lang von etwa Ende Juni oder Anfang Juni bis Ende August.

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