Firmenwagen mit Verbrennungsmotor verlieren ihre steuerlichen Vorteile

„Arbeitgeber dürfen ihrem Personal auch weiterhin Diesel- oder Benzinautos zur Verfügung stellen, doch die Steuervorteile für umweltverschmutzende Firmenwagen werden wegfallen“, sagte Bundesfinanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) am Dienstag gegenüber VRT NWS. Mittelfristig soll der Wagenpark der Dienstwagen in Belgien nur noch aus E-Autos oder zumindest aus Hybrid-Fahrzeugen bestehen.

Nur noch Fahrzeuge, die keine Treibhausgase ausstoßen, wie z.B. elektrische Autos, sollen nach 2026 noch zu 100 % als Firmen- oder Dienstwagen steuerlich absetzbar sein. Das ist der Kern des Plans von Finanzminister Van Peteghem, mit dem alle Firmenwagen in Belgien emissionsfrei werden sollen.

Arbeitgeber, die nach 2026 noch immer Firmenwagen mit Verbrennungsmotor verwenden wollen, können dies weiter tun, doch solche Autos verlieren neben ihren Steuervorteilen auf Arbeitgeberseite auch die Möglichkeit, die Kilometer aus dem Berufspendeln für den Arbeitnehmer, also den weiteren Nutznießer, steuerlich geltend zu machen. 

Das wird der Hebel, mit dem unser vollständiger Wagenpark grün gestaltet wird.“

Belgiens Finanzminister Vincent Van Peteghem

Ausnahmen werden vorerst lediglich bei leichten Lieferwagen gewährt, deren steuerliche Vorteile um die Hälfte gestrichen werden. Der flämische Christdemokrat will, dass in dieser Hinsicht an allen Fronten vorgegangen wird.

Im Zuge dessen wird auch die Infrastruktur für E-Autos verbessert, nicht zuletzt mit mehr Ladestationen, wie der Finanzminister andeutet: „Es wird steuerlich interessant, wenn man zu Hause oder auf den Firmengelände eine Ladestation einrichtet. Die Unkosten, die dabei entstehen, können steuerlich geltend gemacht werden. Doch nicht nur bei den Leuten zuhause, sondern auch im öffentlichen Raum müssen viel mehr Ladestationen angebracht werden.“ 

Andreas Kockartz

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