PRE

Virologe Van Gucht: "Osterpause brachte kaum Entspannung - Keine Marge im Intensivbereich"

Im Rahmen der Pressekonferenz des Krisenzentrums zur Coronakrise sagte der Virologe Steven Van Gucht (Foto), dass die Zahlen nur sehr langsam sinken: „Die Osterpause brachte zwar etwas Ruhe, doch sie sorgt vorläufig nicht für eine deutliche Entspannung.“ Die Ansteckungszahlen sinken weiter leicht, doch die Krankenhausaufnahmen bleiben weiter auf einem kritischen Niveau. 

In Kombination mit den Nicht-Covid-Notfällen seien quasi alle Intensivbetten in Belgien belegt, so Van Gucht: „Wir haben im Pflegebereich auf den Intensivstationen fast keine Marge mehr nach oben.“ Der Virologe und Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano geht aber davon aus, dass im Zuge des Schulbeginns nach den Osterferien auch wieder mehr getestet wird, vor allem bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren.

Das bedeute aber auch, dass mehr positive Corona-Fälle registriert werden: „Das heißt nicht notwendigerweise, dass es plötzlich mehr Ansteckungen gibt, doch das lässt ein klareres Licht auf die Situation scheinen. Dank dieser Tests werden mehr Kontakte aufgespürt und diese Leute werden auch getestet und unter Quarantäne gestellt.“

Das heißt nicht notwendigerweise, dass es plötzlich mehr Ansteckungen gibt, doch das lässt ein klareres Licht auf die Situation scheinen.“

Virologe Steven Van Gucht

Van Gucht ist überzeugt davon, dass der Schulbeginn eine große „Testmaschine“ in Gang bringt, die dabei helfen könne, die Epidemie zu bezwingen und die dafür sorgen kann, dass die Schulen wieder zu einer sicheren Umgebung werden: „Schulen gehören zu dem am meisten kontrollierten Umgebungen in dieser Pandemie.“

Weiter sagt der Virologe, dass der Ansteckungsgrad aktuell in der Altersklasse der 20- bis 29-Jährigen am höchsten liegt und dass die Zahlen im Allgemeinen sinken, außer in den Provinzen Limburg und Lüttich: „Hier handelt es sich um Anstiege in Höhe von 16 respektive 14 %.“   

Meist gelesen auf VRT Nachrichten