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Belgiens Chemie- und Pharmasektor erlitt 2020 zwar Verluste, sorgte aber für zusätzliche Jobs

Im vergangenen Jahr erlitt die belgische Chemie- und Pharmaindustrie einem Umsatzverlust von rund 6,3 % im Vergleich mit 2019, doch gleichzeitig konnten hier über 1.400 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies ist aus dem Jahresbericht von Essencia ersichtlich, dem Dachverband der belgischen Industriesektoren für Pharmazeutik, Chemie, Kunststoff und Biotechnologie. 

Die Coronakrise hat sich auch negativ auf den belgischen Chemie- und Pharmasektor ausgewirkt. Beide Bereiche erlitten zusammen einen Umsatzverlust von etwa 6,3 %, was einem Verlust von bis zu 11 Mio. € pro Tag entspricht. Der Umsatz sank im Vergleich zu 2019 in allen Bereichen, vor allem aber bei der Chemieindustrie, so Essencia.

Im Exportbereich blieben die Zahlen in etwa gleich. Es wurde zwar weniger innerhalb der EU exportiert, dafür aber deutlich mehr in Länder außerhalb der Union. Nach Deutschland wurde weniger ausgeführt, dafür aber mehr in Richtung USA. Exporte nach Großbritannien sanken ebenfalls leicht. Hinzu kommt ein Umsatzverlust in dieser Hinsicht um rund ein Viertel seit dem Brexit.

Mehr Jobs

Positiv ist allerdings, dass vor allem in der Pharma- und in der Chemieindustrie in Belgien zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Dabei handelt es sich auf Jahresbasis um genau 1.436 neue Jobs. Damit stieg die Beschäftigungszahl hier auf 95.506 Arbeitsplätze, der höchste Stand seit 20 Jahren, so Essencia. Hier wurden die meisten neuen Jobs im Bereich des Pharma- und des Biotech-Sektors geschaffen (auch in der Entwicklung und der Produktion von Corona-Impfstoffen).

Inzwischen investieren die hier vertretenen Sektoren weiter in Belgien und zwar in erster Linie in innovative Projekte und hier wieder vor allem in den Bereichen der Chemie- und Pharmaindustrie. Nach Ansicht des Sektorverbandes Essencia werden diese Industriezweige nach der Coronakrise einen deutlichen Aufschwung liefern. Trotz einiger Unsicherheiten steigt hier das Unternehmervertrauen, so dass man wieder Hoffnung schöpfen könne. 

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