Chris Nuyts und einige der US-Forscher, die auf ihrem Feld nach einem 1944 abgeschossenen Piloten suchen

24 US-Armeeangehörige suchen in Retie nach einem amerikanischen Weltkriegspiloten

24 Angehörige der US-Armee suchen auf einem Feld in Retie im Kempenland in der Provinz Antwerpen nach den sterblichen Überresten eines US-Piloten, der hier mit seiner Maschine nach einem Abschuss abgestürzt ist. Chris Nuyts, der dieses Feld gehört, sagte, dass man den Piloten der Maschine, die 1944 hier abstürzte, bisher niemals gefunden habe.

Chris Nuyts erzählte am Donnerstagmorgen gegenüber dem VRT-Regionalsender Radio 2/Antwerpen, dass die US-Armee die Archäologen und Wissenschaftler auf ihr Feld geschickt hätten: „Sie wollen wissen, ob hier die Leiche des vermissten Kriegspiloten Eugene Shauvin liegt.“ Sie kennt die Geschichte hier ganz genau: „Am 17. September 1944 ist hier über unserem Feld eine Dakota mit amerikanischen Fallschirmspringern abgestürzt. Das Flugzeug ist von den Deutschen während der Operation ‚Market Garden‘ abgeschossen worden. Der Pilot ist zum großen Bedauern seiner Familie niemals gefunden worden.“

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Schon im Jahr 2000 ist die Familie von Chris Nuyts von Linda, der Tochter des Piloten Eugene Shauvin kontaktiert worden: „Sie wollte gemeinsam mit ihrer Mutter wissen, wo Eugene gestorben ist. Der Hof ist bereits seit Jahrhunderten im Besitz unserer Familie und inzwischen habe ich mich im Laufe der Jahre selbst auf die Suche nach Augenzeugen des Absturzes gemacht. 2001 sind Linda, ihre Mutter und zwei Brüder von Eugene nach Retie gekommen. Wir haben damals gemeinsam mit dem Bürgermeister hier einen Gedenkstein aufgestellt.“

Die Zeit drängt, um Eugene zu finden. Seine Witwe ist inzwischen 98 Jahre alt und Linda, seine Tochter, ist auch schon 80.“

Chris Nuyts, die Besitzerin des Feldes, in dem der Leichnam des Piloten vermutet wird

Die Familien von Chris Nuyts und des Piloten Eugene Shauvin sind inzwischen eng befreundet. Doch offizielle Nachforschungen, ob der Pilot tatsächlich hier ums Leben gekommen ist, begannen erst nach den gegenseitigen Besuchen in Retie und in den USA. 2003 kam zum ersten Mal ein Team von amerikanischen Forschern hierher: „Sie haben damals einige Wrackstücke des Flugzeugs gefunden, doch von Eugene fanden sie keine Spur. Sie hatten aber nur wenig Zeit, doch auf Bitten von Linda sucht die US-Armee nun doch noch einmal. Die Zeit drängt, um Eugene zu finden. Seine Witwe ist inzwischen 98 Jahre alt und Linda, seine Tochter, ist auch schon 80.“

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Die Scheune des Hofs von Chris Nuyts ist unterdessen zu einem regelrechten Untersuchungszentrum geworden: „Da steht das ganze Material der Amerikaner: Pumpen und Siebgeräte, um den ausgegrabenen Boden zu filtern. Da sind Archäologen bei, Kenner von Flugzeugresten und von menschlichen Überbleibseln. Sie suchen jetzt nach der Stelle, wo sich das Cockpit befinden könnte. Vermutlich liegt Eugene dort noch.“ Falls die Forscher tatsächlich menschliche Überreste finden, bringen sie sie in ein Labor auf Hawaii, um dort zu versuchen, diese zu identifizieren. 

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