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Flandern investiert fast 220 Mio. € in Tourismusprojekte - Fokus auf Natur, Tradition und Radfahren

Die flämische Landesregierung wird in den kommenden 5 Jahren 218,5 Mio. € in verschiedene Tourismusprojekte investieren. Dabei fließen Mittel z.B. in Naturschutz- und Naherholungsgebiete, in den Unterhalt von Schlössern und religiösen Kulturstätten sowie in den Bau von Kongresszentren und in ein neues Zentrum für die Flandernrundfahrt in Oudenaarde.

Die Coronakrise sorgt seit über einem Jahr auch für enorme Verluste im Tourismusbereich. Alleine im belgischen Bundesland Flandern sackte 2020 die Zahl der Besucher von 14 Millionen auf 5 Millionen, was für Verluste in Höhe von rund 17 Mia. € sorgte. Nach Berechnungen der Landesregierung wird es mindestens bis 2024 dauern, bis sich der Sektor von der Coronakrise vollständig erholen kann.

Auch aus diesem Grunde macht die flämische Landesregierung jetzt für die kommenden 5 Jahre Mittel frei, um einem entsprechenden Wiederaufschwung nach Corona einen Anschub zu geben. Bei den zu fördernden Projekten handelt es sich auch um Bereiche, die in gewisser Weise von Corona profitieren konnten.

Landestourismusministerin Zuhal Demir (N-VA) sagte dazu, dass viele Flamen durch Corona die eigene Umgebung besser entdecken konnten: „Dass sie diese dabei besser wertschätzten und dass die Aufmerksamkeit für und der Stolz auf die eigene Umgebung stärker geworden sind, wollen wir nutzen. Wir wenden uns für den ‚Tourismus‘ der Zukunft ab vom Massentourismus und wenden uns verstärkt der lokalen Gemeinschaft zu.“ Dabei wird der Fokus auch auf Natur, Kulturerbe, kulinarische Traditionen, auf den Radsport und auch auf die Begegnung gelegt. 

(Lesen Sie bitte unter dem Video zum Schloss Poeke weiter) 

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Welche Bereiche in Flandern profitieren konkret von den Mitteln?

  • 42,5 Mio. € werden in Naturschutzgebiete und in die Nationalparks in Flandern investiert, u.a. in den Nationalpark „Hoge Kempen“ und das „Groenendaal“ am flämischen Rand von Brüssel in Flämisch-Brabant;
  • 43,2 Mio. € gehen in Projekte rund um das flämische Kulturerbe, z.B. in internationale Werbung für die Kunstwerke der flämischen Meister, wie Rubens, Van Eyck, Ensor oder Bruegel;
  • Weiter wird in verschiedene Schlösser investiert, um diese entweder zu restaurieren oder besser zu unterhalten. Dazu gehören u.a. die Schlösser von Poeke in Ostflandern (Video oben) und von Leut in Limburg (Foto unten);
  • Auch in den Unterhalt von religiösen Stätten des flämischen Kulturerbes fließen mehr Mittel, z.B. in die Zisterzienserinnenabtei Herkenrode bei Hasselt in Limburg und ins Kapuzinerkloster von Brügge;
  • 21 Mio. € werden für Projekte rund um das Genießen vorgesehen, z.B. in die Einrichtung eines flämischen kulinarischen Zentrums rund um lokale und regionale Produkte aber auch um einige Sterneköche aus Flandern. In dieser Hinsicht soll den Touristen auch die flämische Bierbraukunst nähergebracht werden;
  • 8 Mio. € fließen in das Projekt „Flandern Fahrradland“ und in Oudenaarde in Ostflandern entsteht ein neues Zentrum zur Geschichte der Flandernrundfahrt, das Zentrum „De Ronde“. Nicht zuletzt werden auch die bestehenden Radwegenetzwerke ausgebaut und besser beworben;
  • Zuletzt fließen 100 Mio. € in den Bau von neuen Kongresszentren, u.a. in Antwerpen und in der limburgischen Provinzhauptstadt Hasselt. 
Das Schloss "Kasteel Vilain XVIII" in Leut bei Maasmechelen in Limburg
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