Sechs Monate Haft nach einem Hitlergruß in der Gedenkstätte Breendonk

In dieser Woche ist der Sohn eines früheren Abgeordneten der flämischen rechtsradikalen Partei Vlaams Belang in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von 6 Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte, der von seinem Anwalt vertreten wurde, hatte in Fort Breendonk, ein ehemaliges SS-Sammellager in der Provinz Antwerpen, den Hitlergruß gezeigt.

Das Strafgericht von Mechelen verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten Haft und zu einer Geldstrafe von 800 € wegen Negationismus und wegen des Aufrufens zu Rassismus, Hass und Gewalt. Der Mann, der sich zur Zeit des Prozesses aus beruflichen Gründen im Ausland aufhielt, hatte mit Gleichgesinnten der rechtsextremen Right Wing Resistance Flanders-Gruppe im August 2019 das ehemalige SS-Sammellager für politisch Häftlinge, Widerstandskämpfer und Juden Fort Breendonk in Willebroeck bei Mechelen (Prov. Antwerpen) besucht und dort den Hitlergruß gezeigt.

Diese Tat wurde fotografiert und über die sozialen Netzwerke verbreitet. Der Angeklagte zeigte den Hitlergruß im „Kasino“ des Forts, dass die Nazis als Speiseraum nutzten. Der Täter, Sohn eines früheren Vlaams Belang-Abgeordneten, ist laut journalistischen Recherchen für solche Taten bekannt und er nimmt regelmäßig an Treffen von rechtsextremen Gruppierungen, wie Right Wing Resistance Flanders, Voorpost oder Generation Identity teil. Erst kürzlich erklärte er nach einer Brandstiftung in einem zukünftigen Asylbewerberheim in Bilzen (Prov. Limburg) via soziale Netzwerke: „Man hätte besser gewartet, bis sie da waren.“

Als Nebenkläger trat Unia auf, das belgische Zentrum für Chancengleichheit auf, dem der Verurteilte 800 € an Entschädigung zahlen muss. Hier zeigte man sich ebenso schockiert, wie bei der Leitung von Fort Breendonk, dass seit 1947 eine Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust ist, und auch bei Vereinigungen von KZ-Überlebenden und deren Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen ermittelt in diesem Fall weiter, denn bei dem Vorgang waren weitere Personen beteiligt (Foto unten), gegen die ebenfalls Untersuchungen laufen. Auch Unia recherchiert in dieser Sache weiter.

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