Corona-News: Indische Variante in Belgien aufgetaucht, Schwangere prioritär impfen?

20 indische Krankenpflegeschüler, die sich derzeit in Belgien aufhalten, haben sich mit der indischen Corona-Variante angesteckt. Der Hohe Gesundheitsrat empfiehlt, schwangere Frauen prioritär gegen Covid-19 zu impfen. Gefängnisse in Belgien bekommen eigene Impfzentren für Häftlinge und das Personal.

20 aus Indien kommende Krankenpflegeschüler, die in Aalst und Löwen einer Ausbildung folgen sollten, haben sich mit der neuen indischen Corona-Variante angesteckt. Sie halten sich seit einer Woche in Belgien auf, befinden sich aber seit ihrer Einreise in Quarantäne. Sie waren am 12. April an einem Pariser Flughafen gelandet und wurden von dort aus per Bus zu ihren Schulen in Aalst und Löwen gebracht. Dabei haben sie sich wohl gegenseitig angesteckt. Die ersten von ihnen sind inzwischen erkrankt.

In der vergangenen Woche wurden zudem 4 weitere Ansteckungen mit der indischen Variante in Belgien bekannt. Doch offenbar sind die Betroffenen nicht schwer erkrankt. Bei dieser Variante wird vermutet, dass sie ansteckender als die bisher bekannten Corona-Viren sind und dass die gängigen Impfstoffe dagegen nicht besonders wirksam sind, doch medizinische Belege gibt es dafür (noch) nicht.

Seit einiger Zeit gilt bereits faktisch ein Einreiseverbot für Reisende aus Indien in Belgien, doch angesichts der infizierten jungen Leute gab Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) am Freitagmorgen gegenüber VRT NWS zu verstehen, dass man jetzt auch die Ausnahmen strenger kontrollieren müsse. 

Schwangere Frauen prioritär impfen?

Der Hohe Gesundheitsrat (HGR) in Belgien empfiehlt, schwangeren Frauen Vorrang bei der Impfung gegen das Coronavirus zu gewähren. Der HGR, ein wissenschaftliches Beratungsgremium der belgischen Regierung, ist der Ansicht, dass die hier verabreichten Vakzine Schwangeren sicher gegeben werden können. Damit, so der Rat weiter, können ernste Infektionen im Falle von Erkrankung an Corona ebenso vermieden werden, wie auch eventuell dadurch ausgelöste Frühgeburten.

Hier seien vor allem mRNA-Impfstoffe empfohlen, wie die Pfizer/BioNTech und Moderna in Belgien ausliefern. AstraZeneca und Johnson & Johnson sind keine mNRA-Vakzine. Im Vorfeld hatte bereits die Impf-Taskforce der Bundesregierung schwangeren Frauen empfohlen, sich auf jeden Fall impfen zu lassen, um sich und das ungeborene Kind zu schützen.

Impfzentren in den Gefängnissen

Ab dem 3. Mai werden in 10 Haftanstalten in Belgien eigene Impfzentren eingerichtet, in denen sowohl die Gefangenen, als auch das jeweilige Personal gegen Corona geimpft werden können. Dabei handelt es sich um je 5 Haftanstalten in Flandern und in der Wallonie. In Flandern sind dies die Gefängnisse von Gent, Brügge, Hasselt, Löwen und Merksplas und in Wallonien sind das die Haftanstalten von Lantin, Andenne, Ittre, Marche-en-Famenne und Leuze-en-Hainaut.   

Zunächst sind die Mitarbeiter der Gefängnisse an der Reihe. In einigen belgischen Gefängnissen war es vereinzelt zu Corona-Ausbrüchen gekommen und aktuell sind die Anstalten von Gent und von Dendermonde aus diesem Grunde im Quarantäne-Lockdown. Ein weiterer Grund für diese Vorgehensweise ist auch, dass vor kurzem eine 35 Jahre alte Mitarbeiterin eines Gefängnisses an den Folgen einer Corona-Ansteckung, die nachweislich an ihrem Arbeitsplatz erfolgte, gestorben war. 

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