Das Museum "De Reede" in Antwerpen zeigt eine Ausstellung mit Werken von Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz verlor ihren Sohn im Ersten und ihren Enkel im Zweiten Weltkrieg. Dieses Schicksal zieht sich durch ihr gesamtes Werk. Das Museum „De Reede“ am Scheldeufer in Antwerpen widmet dem grafischen Werk von Kollwitz eine Ausstellung, in der aber auch einige Plastiken von ihr zu sehen sind.

Käthe Kollwitz ist in Flandern bekannt für ihre beeindruckende Skulptur „Trauerndes Ehepaar“ (Foto ganz unten) auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Vladslo bei Diksmuide im Norden der Provinz Westflandern. Das Bildnis gilt als eines der Schlüsselwerke der ausgesprochenen Pazifistin Kollwitz. Hier sind die sterblichen Überreste von 25.645 deutschen Soldaten begraben, die während des Ersten Weltkriegs auf den Schlachtfeldern im Westen Flanderns ihr Leben gelassen haben. Unter den hier begrabenen Soldaten befindet sich ihr Sohn Peter Kollwitz. Sein früher Tod im Oktober 1914 - mit nicht einmal 18 Jahren - hat seine Mutter zur Schaffung dieses Denkmals bewegt. Doch es soll nicht nur ihren Sohn gedenken, sondern allen Gefallenen, die hier beerdigt wurden.

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Ratlosigkeit und soziales Engagement

Käthe Kollwitz (1867-1945) starb kurz vor der Kapitulation des Deutschen Reiches, während dem sie auch ihren Enkel verlor. Viele ihrer Zeichnungen, Grafiken und Bildhauerarbeiten befassen sich mit dem Thema Krieg und einige dieser Werke sind mit der Formensprache von „Trauerndes Ehepaar“ eng verbunden. Aus diesem Werk zeigt „De Reede“ in Antwerpen einige Arbeiten, die verzweifelte Väter und Mütter erkennen lassen. Harry Rutten, der Gründer und Vorsitzende des Museums, stellt fest: „Man sieht die Ratlosigkeit, die Hoffnungslosigkeit.“ Aber, in Kollwitz‘ Arbeiten sind auch viele Hände zu sehen, die gereicht werden. Die Künstlerin war zeitlebens sozial engagiert und setzte sich neben ihrem Einsatz gegen jeden Krieg auch für das Los der Armen, der Vergessenen ein, was sich in ihrem gesamten Werk ebenfalls deutlich niederschlägt.

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"Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden"

Die Ausstellung „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ im Museum „De Reede“ in Antwerpen zeigt 47 Werke aus dem renommierten Käthe Kollwitz-Museum in Köln und auch 4 Werke aus der eigenen grafischen Sammlung des Hauses: Schnitzarbeiten, einige Zeichnungen und Lithografien in Schwarz-Weiß - darunter auch Holzdrucke - und kleinere Plastiken aus Bronze. Darunter befindet sich ein beeindruckendes Selbstporträt, Skulpturen von verzweifelten Müttern und eine Miniatur der „Pieta“, die als großes Exemplar in der „Neuen Wache“ in Berlin steht. Modell für diese Skulptur war übrigens ihr Sohn Peter…

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Im Museum „De Reede“ in Antwerpen sollte aber auch ein Blick auf die permanente Sammlung geworfen werden, denn dort sind auch grafische Werke aus der privaten Kollektion von Museums-Vorstand Harry Rutten (ein ehemaliger Reeder und eifriger Kunstsammler) zu sehen, z.B. von dem belgischen Künstler Félicien Rops und von dessen Kollegen Francisco Goya und Edvard Munch.

Museum „De Reede“, Ernest van Dijckkai in Antwerpen. Die Ausstellung „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ (ein Goethe-Zitat) ist noch bis zum 19. Juli 2021 zu sehen. Info: museum-dereede.com 

"Trauerndes Ehepaar" in Vladslo

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