Brand in Naturschutzgebiet Brecht noch nicht unter Kontrolle. Anwohner können nicht nach Hause

Das Feuer auf dem Militärgelände und Naturschutzgebiet in Brecht, nahe Antwerpen, ist "absolut noch nicht unter Kontrolle". Das bestätigt Bürgermeister Sven Deckers (N-VA) im Morgenmagazin von Radio 1 (VRT).  "Im Moment ist die Situation noch nicht sicher, auch nicht für die evakuierten Anwohner. Die können noch nicht nach Hause zurückkehren." Er befürchtet auch, dass der entstanden Brandschaden viel größer ist als bisher angenommen.

Der große Flächenbrand, der gestern nach einer Schießübung der Armee im Militärgebiet ‚Groot Schietveld‘ ausgebrochen ist, ist noch nicht unter Kontrolle. Das stellte Bürgermeister Deckers am Samstagmorgen klar.

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Als Vorsichtsmaßnahme wurde gestern beschlossen, einen Campingplatz und ein Wohngebiet in Wuustwezel zu evakuieren. Die Bewohner wurden in der vergangenen Nacht anderweitig untergebracht. Bis auf Weiteres können sie nicht nach Hause zurückkehren, betont Bürgermeister Deckers.

Bürgermeister Deckers war selbst vor Ort und befürchtet, dass das Ausmaß des Brandes größer ist als gestern geschätzt. Ihm zufolge gingen 1.000 Hektar Naturschutzgebiet in Flammen auf, doppelt so viel, als gestern angekündigt wurde.  

Naturschaden

Die Militärdomäne Groot Schietveld ist ebenfalls ein Naturschutzgebiet von fast 1.600 Hektar, das sich über die Gemeinden Brasschaat, Brecht und Wuustwezel erstreckt.

Jeroen Denaeghel, Sprecher der Agentur für Natur und Forstwirtschaft, glaubt, dass sich das Heidegebiet mit der Zeit erholen wird, auch wenn das Zeit und Geld kosten wird.

Denaeghel befürchtet, dass der Brand eine Katastrophe für bestimmte Tier- und Pflanzenarten sein könnte. In der Vergangenheit wurde schon eine Schmetterlingsart durch einen Heidebrand ausgerottet. 

Der Bürgermeister von Brecht und die Einwohner von Brecht sind empört darüber, dass es wegen einer Schießübung zu einem solchen Brand kommen konnte.  Der provinziale Notfallplan wurde ausgerufen und Feuerwehren aus der Umgebung, sogar aus Limburg, mussten zur Verstärkung der örtlichen Feuerwehr in den Groot Schietveld kommen.

Da die belgische Armee keine geeigneten Löschhubschrauber mehr zur Verfügung hat, hilft seit gestern die niederländische Armee mit zwei großen Chinook-Hubschraubern - erkennbar an den zwei Rotoren - um das Feuer aus der Luft zu löschen. Heute sind sie wieder mit Löschsäcken aktiv, um Wasser über die brennende Heide auszuschütten. (Lesen Sie mehr unter dem Foto).

Die Ursache?

Die Frage ist: Wie konnte das passieren? Das Verteidigungsministerium hat bereits zugesagt, die Brandursache zu untersuchen und entschuldigt sich. "Wir bedauern den durch die Flammen entstandenen Schaden, sind aber erleichtert, dass es keine Verletzten gab."

Auch in der Vergangenheit kam es nach Schießübungen auf Militärgeländen häufiger zu Bränden.  Oft geschieht dies - wie jetzt - in Trockenperioden bei starkem Wind.

In der Vergangenheit beschränkten sich die Schäden im Groot Schietveld immer auf wenige, höchstens ein paar Dutzend Hektar. Aber jetzt scheint es, dass die Armee nicht über die Mittel verfügte, um das Feuer im Keim zu ersticken. Zum Beispiel scheint der Feuerwehrwagen des Militärgeländes im Moment nicht vor Ort zu sein: Es ist zur Reparatur in der Werkstatt.

Aber auch wenn das Fahrzeug am Einsatzort gewesen wäre, hätte die Wehr in Brecht kein geeignetes Personal mehr, um dieses zu bedienen: Die letzten beiden Personen, die mit dem Löschfahrzeug arbeiten konnten, gingen vor fünf Jahren in den Ruhestand. 

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