Die Chemieindustrie im Antwerpener Hafen plant eine Pipeline in Richtung Ruhrgebiet
fotografie peter Hilz (C)

Proteste gegen eine Pipeline zwischen dem Antwerpener Hafen und dem Ruhrgebiet

Die flämische Landesregierung plant eine 45 Meter breite Trasse quer durch Flandern in Richtung der deutschen Grenze, über die eine Pipeline zwischen Antwerpen und dem Ruhrgebiet laufen soll. Diesem Vorhaben werden einige Häuser sowie Wald-, Natur- und Agrarflächen zum Opfer fallen. Dort, wo bekannt ist, dass die Trasse laufen wird, regt sich Protest.

Die flämischen Landesbehörden und Essencia, der Dachverband der Chemischen Industrie und Vertreter der Pipeline-Betreiber, sind dabei, mithilfe eines Studien- und Planungsbüros, den Verlauf der Pipeline festzulegen. Infos finden Sie im nebenstehenden Beitrag. 

Dazu sind drei mögliche Trassen vorgesehen. Ziel ist, so wenig Probleme für die Natur und die Bevölkerung wie möglich zu schaffen. Doch alle drei Trassen sehen vor, dass einige Wohnhäuser in der Ortschaft Houthalen-Helchteren in der Provinz Limburg dem Projekt weichen müssen. Hier regt sich Protest.

Die betroffenen Anwohner haben schlaflose Nächte: „Was bringt uns die Zukunft? Wann wissen wir was und mit welcher Sicherheit?“ Hier sind möglicherweise 10 Häuser mit samt ihrer Gärten vom Bau der Pipeline betroffen: „Das ist echt kein schönes Gefühl, wenn einem die Heimat weggenommen wird.“ Die Anwohner sind sauer, weil man ihrer Ansicht nach geplant hat, ohne sie mit einzubeziehen.

Bei Essencia heißt es dazu, dass das Projekt enorm wichtig ist und dass man gemeinsam mit der Landesregierung, den betroffenen Kommunen und den Naturschutzverbänden daran arbeite, diese Pipeline mit dem kleinesten negativen Einfluss auf das Ganze anlegen wolle.

Dicht besiedelte Region und ein Aktionskomitee

Geert Verreth, Sprecher des Projekts und von Essencia, sagt dazu, dass Pipelines das sicherste und umweltfreundlichste Transportmittel für Gas und Flüssigleiten seien und dass die Wirtschaft jetzt auch auf solche Möglichkeiten setze. Diese Pipeline würde zehntausende LKW-Fahrten überflüssig machen und habe deshalb enorme Vorteile auch auf Ebene von Klima und Umweltschutz.

Aber, Flandern sei nun mal ein besonders dicht besiedeltes Land und deshalb sei es nicht ganz einfach, ein solches Projekt durchzuführen, ohne dass es lokal zu Problemen komme. Auch für die wenigen betroffenen Anwohner sind dies jedoch kaum Argumente, denn sie verlieren ihre Heimat und das, was sie sich geschaffen haben… Inzwischen haben sich über 7.000 Personen einem Aktionskomitee gegen das Projekt angeschlossen und einige Gemeinden unterstützen die Gegner der Pipeline. 

In Houthalen-Helchteren (Prov. Limburg) sollen bis zu 10 Anwesen dem Bau der Pipeline Antwerpen-Ruhrgebiet zum Opfer fallen
Belga Image

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