AstraZeneca-Verträge: Belgien gab einen kritischen Bericht von Deloitte nicht an die EU weiter

Das Wirtschaftsberatungs-Unternehmen Deloitte hat Belgien im Rahmen der Vertragsverhandlungen zum Kauf von Corona-Impfstoffen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca vor einigen sensiblen Punkten in den Verträgen gewarnt. Die belgische Regierung hatte die Anmerkungen von Deloitte der Europäischen Union nicht weitergereicht.

Berichten des belgischen Nachrichtenmagazins Knack und der Newswebseite Politico zufolge wurden die Anmerkungen zu den Verträgen zwischen Belgien bzw. der EU und AstraZeneca nicht weitergereicht, „weil die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und AstraZeneca bereits abgerundet waren.“

Die belgische Arzneimittelbehörde FAGG hatte bei Deloitte um eine Bewertung der Verträge vor dem Abschluss bzw. vor der Unterzeichnung gebeten.

Dabei stellten die Wirtschaftsprüfer offenbar fest, dass in den Verträgen sogenannte „Verteidigungsmechanismen“ für die EU fehlten, die hätten greifen sollen, wenn AstraZeneca seinen Lieferverpflichtungen nicht nachkommen würde.

Überdies, so die Deloitte-Prüfung, seien in den Verträgen keine Sanktionen gegen den Pharmahersteller bei Lieferverzügen vorgesehen worden… 

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