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Cyber-Angriff von "noch nie dagewesenem Ausmaß" auf Websites belgischer Behörden

Belnet, der Verwalter des Internetverkehrs in Belgien, hat am Dienstagnachmittag einen Angriff von Hackern auf die Websites belgischer Behörden und Universitäten festgestellt und abgewehrt. Der Angriff erschwerte den Zugang zu den News-Websites der VRT und verhinderte zeitweise Fernarbeit und Fernunterricht. Die Plattform für Impftermine war ebenfalls nicht erreichbar. Daten seien jedoch nicht gestohlen worden, meldete Belnet. 

Laut Belnet handelte es sich um einen Angriff gegen das gesamte Netzwerk, dessen Websites mit Tausenden von Anfragen zur Sperrung bombardiert wurden. Belnet verwaltet den Internetverkehr von Hochschulen und Universitäten, aber auch von Forschungszentren und staatlichen Einrichtungen. 

Nur Belgien als Zielscheibe

"Wir haben Schutzmaßnahmen getroffen, aber dieser Angriff ist von einem nie dagewesenen Ausmaß”, sagte Belnet-Chef Dirk Haekx: “Unser Land ist auch das einzige, das betroffen ist, in anderen Ländern gibt es derzeit keine Cyber-Angriffe.” 

Am späten Nachmittag dauerte der Angriff noch an.   

Betroffen waren u. a. die Website des Premierministers und andere Regierungswebsites, Tax-on-Web und die Plattform für Impftermine. Diese war etwa zwei Stunden lang nicht erreichbar. Die Impfzentren selber konnten weiterarbeiten und Daten in die Impfdatenbank hochladen.  Ebenfalls betroffen waren die Websites der VRT.

Steckt China hinter der Attacke wegen Uiguren-Thema in der Kammer?

Dirk Haex betonte, dass keine Daten gestohlen wurden. Wer hinter dem Angriff steckt, ist im Moment noch unklar. Belnet untersucht zusammen mit dem CERT, das für die Sicherheit des Internets in unserem Land zuständig ist, wer hinter dem Angriff steckt.  

Der Grünen-Abgeordnete Wouter De Vriendt twitterte, dass es einen Zusammenhang mit einer Anhörung im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Parlaments geben könnte: Dort sollte heute eine Überlebende der uigurischen Lager in China, aussagen.

Der VRT NWS-Journalist Tom Van de Weghe, der lange Zeit von China aus gearbeitet hat, schließt diese Möglichkeit jedenfalls nicht aus: “Steht ein groß angelegter Cyberangriff auf die belgische Regierung im Zusammenhang mit der Uiguren-Frage in China? Es gibt (noch) keine Beweise. Heute Nachmittag stand das Thema zufällig auf der Tagesordnung des Parlaments. Ende März ähnlicher Anschlag auf interparlamentarische Organisation in Australien #vrtnws”

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