"Das Ardennenmonster": Der Serienmörder Michel Fourniret ist tot

Am Montagnachmittag ist der Serienmörder Michel Fourniret in einem Gefängniskrankenhaus in Paris gestorben. Der 79-Jährige hatte viele Jahre lang Mädchen und junge Frauen in Belgien und Frankreich vergewaltigt und danach umgebracht. Viele Fälle sind bekannt, doch wahrscheinlich nimmt Fourniret einige Geheimnisse mit ins Grab.

Fournirets Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Monaten verschlechtert und zuletzt lag er im Gefängniskrankenhaus Pitié Salpétrière in Paris im künstlichen Koma. Fourniret hatte jahrelang Mädchen und junge Frauen in Frankreich und Belgien entführt, vergewaltigt und ermordet. Von Medien wurde er das "Monster der Ardennen" genannt. Ihm wurden auch weitere ungeklärte Morde angelastet, doch dazu gab es keine Beweise. Nach und nach hatte Fourniret weitere Taten gestanden, aber nur, wenn er bei Verhören mit dem Rücken zur Wand stand.

Michel Fourniret war wegen des Mordes an sieben jungen Frauen und Mädchen im Mai 2008 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, mit dem Zusatzurteil, dass er niemals frei kommen dürfe. 2018 wurde er wegen eines weiteren Mordes erneut zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Ermittler in Belgien und in Frankreich gehen bis heute davon aus, dass die Zahl er Opfer Fournirets deutlich höher liegt. Seine frühere Ehefrau Monique Olivier half ihm bei seinen schrecklichen Verbrechen. Sie wurde 2008 ebenfalls zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Jungfräulichkeit und ein Goldschatz

Einer Zellengenossin soll sie einmal gesagt haben, dass die Zahl der Opfer ihres Ex-Mannes „weit über 30“ liegen soll. Das mag wohl bedeuten, dass er viele Geheimnisse mit ins Grab nimmt. Fourniret wird bis heute mit einigen weiteren Todesfällen und Vermisstenfällen in Verbindung gebracht. Am 30. Juni 2004 wurden die ersten Fälle deutlich - auch nach Geständnissen des Verdächtigen. Damals hieß es in Polizeikreisen zu Fourniret: „Es sieht so aus, dass habe dieser Mann mehr auf dem Gewissen, als Marc Dutroux“. Fourniret war im Juni 2003 verhaftet worden, nachdem er zum Glück erfolglos ein 13 Jahre altes Mädchen zu entführen versuchte.

Nach Aussagen von Fourniret selber und auch seiner Ex-Frau war seine Triebfeder stets die Jagd nach Jungfräulichkeit. Seine Taten finanzierte er, nach dem er einen Zellengenossen bei einer früheren Verurteilung in Frankreich um dessen geraubten Goldschatz gebracht hatte. Davon kaufte er sich u.a. ein kleines Schloss an der belgisch-französischen Grenze. Doch ein wesentlicher Teil dieses Goldes bleibt bis heute verschwunden. Ein weiteres Geheimnis, dass das „Ardennenmonster“ mit ins Grab nimmt. 

Fourniret nach seiner Verhaftung 2003

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