Impfdrängeln: Bürgermeisterin von Sint-Truiden lässt ihr Amt für unbestimmte Zeit ruhen

Veerle Heeren (CD&V - Foto), die christdemokratische Bürgermeisterin von Sint-Truiden in der Provinz Limburg, lässt ihr Amt vorläufig ruhen. Ihr wurde vorgeworfen, sich, Familienmitglieder und Mitarbeiter ihres Amtes vorzeitig gegen Corona geimpft haben zu lassen. Heeren bestätigte die Vorwürfe, berief sich aber auf den Gebrauch von übriggebliebenen Impfdosen. Doch ihr Verhalten erwies sich als so unglücklich, dass sie sich im Fokus der Medien wiederfand. 

Sint-Truidens Bürgermeisterin Veerle Heeren geriet in einen heftigen Mediensturm, nachdem bekannt wurde, dass sie sich vorzeitig gegen Covid-19 hatte impfen lassen. Sie ermöglichte zudem Familienmitgliedern und Mitarbeitern im Rathaus ihrer Stadt vorzeitige Impfungen, obwohl diese laut Impfstrategie altersmäßig teilweise bei weitem noch nicht dafür vorgesehen waren (siehe nebenstehenden Beitrag). 

Heeren gab am Montag gegenüber ihrem Stadtrat zu verstehen, dass es sich dabei um insgesamt 13 Personen gehandelt habe. Gleichzeitig bat sie am Montagabend um Entschuldigung für ihr Fehlverhalten. Sie habe lediglich vermeiden wollen, dass Impfdosen übrig blieben und sie legte Wert auf die Feststellung, „dass kein Bürger von Sint-Truiden aus diesem Grunde bei der Corona-Impfung benachteiligt wurde.“

Heeren übergibt ihr Amt auf unbestimmte Zeit dem ersten Schöffen der Stadt, Jelle Engelenbosch (N-VA). „Ich rechne damit, dass bald wieder Ruhe einkehrt“, so Veerle Heeren. Engelenbosch gab danach zu verstehen, dass dies die beste Lösung sei, denn ein effektiver Rücktritt der Bürgermeisterin hätte „für ein Chaos gesorgt und da hat niemand Lust drauf.“

Die flämische Landesregierung wird in diesem Fall ein Audit durchführen. Der Vorgang hat zudem auch ein juristisches Nachspiel, denn es wurde Anzeige gegen den Journalisten erstattet, der die Sache ans Tageslicht brachte. Ihm und seiner Quelle wird vorgeworfen, gegen die medizinische Geheimnispflicht verstoßen zu haben. 

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