Streit um einen Windpark in der Nordsee an der belgisch-französischen Grenze

Die belgische Bundesregierung hat Probleme mit dem Bau eines französischen Windparks in der Nordsee vor der Küste von Dünkirchen in der Nähe der belgischen Grenze. Die französische Regierung will rund 10 km vor Dünkirchen und dem belgischen Grenzgebiet einen Windpark aus 46 Windrädern errichten, der sich auf 55 km² erstrecken soll. Problematisch für Belgien ist aber, dass dieser Bau die historischen Schifffahrtswege zwischen Belgien und Großbritannien behindern wird.

Vincent Van Quickenborne (Open VLD), Belgiens Bundesminister für die Nordsee, hat der französischen Regierung eine Alternative für den Bau dieser 600 Megawatt-Anlage vorgeschlagen, doch ein gemeinsames Planungstreffen von belgischen und französischen Fachleuten Ende April in Paris ergab keine konkreten Ergebnisse, eher das Gegenteil. Frankreich hält an seinem Planungsstandort weiter fest und teilte dies der belgischen Regierung vor einigen Tagen auch mit. Jetzt hat Belgien 2 Monate Zeit, um gegen die französischen Pläne in Berufung zu gehen, doch Nordsee-Minister Van Quickenborne will weiter im Dialog nach einer Lösung suchen.

Inzwischen aber bestätigte Frankreichs Ministerin für die ökologische Transition, Barbara Pompili (Parti écologiste und La République en Marche), noch einmal mit Nachdruck, dass ihre Regierung die Pläne zum Bau des Windparks wir vorgesehen umsetzen werde.

Pompili und ihre Regierung lassen auch kein lokales Referendum im Raum Dünkirchen zu, wie sie einige politische Parteien und Bürgerinitiativen fordern. Die französische Ministerin mit 2 Parteibüchern sagte dazu im Rahmen einer Pressekonferenz in Dünkirchen am Montag: „Wir werden nicht damit anfangen, jedes Mal Referenden zuzulassen, wenn ein Projekt abgerundet wird.“  

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