Antwerpener Hafen: HyTrucks-Konsortium will 300 Wasserstoff-LKW einsetzen

Air Liquide, DATS 24 und die Hafengesellschaft Port of Antwerp haben gemeinsam das HyTrucks-Konsortium ins Leben gerufen. Dieses Konsortium will in absehbarer Zeit bis zu 300 mit Wasserstoff betriebene LKW einsetzen und die dazu gehörende Infrastruktur für  erneuerbare Wasserstoffproduktion aufbauen. Ein weiteres Ziel dieser Initiative ist, als Teil der HyTrucks-Initiative in ganz Belgien Vertriebsstellen einzurichten.

Das HyTrucks-Projekt will langfristig insgesamt 1.000 mit Wasserstoff betriebene emissionsfreie Lastwagen auf die Straßen bringen und bis 2025 die entsprechende Infrastruktur aufbauen. Das Konsortium will mit Wasserstoff betriebene LKW vor allem in der Region um den Antwerpener Hafen und rund um wichtige Logistikzentren in ganz Belgien zum Einsatz bringen. In dieses System sollen auch die Partnerhäfen Rotterdam und Duisburg mit einbezogen werden.

Diese Wasserstofftrucks sollen für den intensiven lokalen und internationalen Transport genutzt werden, so das Vorhaben von HyTrucks. Als eines der größten europäischen Projekte für den Einsatz von emissionsfreien Schwerlastflotten in Europas verkehrsintensivsten Ballungsräumen, will dieses Konsortium die CO2-Emission deutlich um nach eigenen Schätzungen bis zu rund 100.000 Tonnen pro Jahr reduzieren.

Diese Menge würde mehr oder weniger 110 Millionen mit Lastwagen gefahrenen Kilometern entsprechen, wie aus einer entsprechenden Pressemitteilung der Antwerpener Hafenbehörde Port of Antwerp ersichtlich ist. Sauberer und nachhaltig erzeugter Wasserstoff ist nach Angaben des HyTrucks-Konsortiums einer der Energieträger, die für Schwerlastfahrzeuge besonders geeignet sind, weil Wasserstoff zum einen die Reduzierung von Treibhausgasen fördert und zum anderen die Unabhängigkeit von fossilen Treibstoffen (Diesel) ermöglicht.

Hinzu kommt eine positive Auswirkung auf Umwelt und Gesundheit, denn wasserstoffbetriebene LKW tragen zur Vermeidung von Feinstaub, Stickoxid, Lärm und Vibrationen im Vergleich zu Dieselmotoren bei. Im Hafen von Antwerpen sind zahlreiche Chemieunternehmen ansässig, bei denen Wasserstoff auch als Abfallprodukt aus der Produktion anfällt. Von daher ist der Standort im Hafen neben logistischen Vorteilen ebenfalls eine gute Wahl. Vorerst noch ist die Produktion von Wasserstoff als Treibstoff aufwendig, kosten- und energieintensiv.  

EU-Fördermittel

Die Initiative von Air Liquide (Produzent von technischen Gasen), DATS 24 (Tankstellen und Kraftstoffvertrieb) und dem Antwerpener Hafen kann als „wichtiges Projekt von allgemeinem europäischen Interesse“ mit Fördermitteln der Europäischen Union, der belgischen Bundes- und der flämischen Landesregierung rechnen, denn es entspricht den Kriterien des IPCEI.

Dies ist die Abkürzung für „Important Project of Common European Interest“. Dabei handelt es sich um wichtige transnationale Vorhaben von gemeinsamem europäischen Interesse, die mit entsprechender Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet.

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