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Die Bahnlinie Peking-Hankow: Eine belgische Geschichte in China

Im Eisenbahnmuseum der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, Train World, in Schaarbeek ist noch bis zum 10. Oktober eine Ausstellung zu einem besonderen belgischen Bahn- und Geschichtsthema zu sehen. „Von Peking nach Hankow: Ein belgisches Abenteuer in China“ erzählt die Geschichte des belgischen Ingenieurs Jean Jadot, der Anfang des 20. Jahrhunderts den Bau dieser 1.214 km langen Bahnlinie leitete.

Der Bau dieser Linie dauerte rund 7 Jahre und zehntausende Arbeiter waren daran beteiligt. Sie bauten 1.214 km Gleise, 125 Bahnhöfe, 2.420 Brücken, von denen eine die 3 km lange Eisenbahnbrücke über dem Gelben Fluss ist. Hier mussten Ingenieure, Techniker und Arbeiter eng zusammenarbeiten, doch auch die Zusammenarbeit zwischen Diplomaten und Investoren aus Europa und China (vor allem aus Belgien und Frankreich) musste in gute Bahnen geleitet werden. Dafür musste der belgische Ingenieur Jean Jadot sorgen, der zu Beginn der Bauzeit 37 Jahre alt war.

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Jean Jadot

Der Bau der Bahnlinie Peking-Hankow erfolgte auch in politisch turbulenten Zeiten. Noch regierte Kaiserin Cixi das chinesische Riesenreich, doch der Boxeraufstand durchkreuzte das Projekt, denn hierbei wurden Teile des Bauwerks zerstört. Das Ausstellungskonzept in der Train World ist wieder eine Besonderheit. Kuratoren sind die Zeichner und Künstler François Schuiten aus Belgien und Li Kunwu aus China, die beide nicht erst seit gestern auch zeichnerisch vom Thema Eisenbahn inspiriert werden. Neben zahlreichen historischen Fotos ergänzen deren Zeichnungen das grafische Szenario dieser Ausstellung auf eine ganz besondere Weise.

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(c) François Schuiten-Li Kunwu

Ganz nebenbei zeigt die Train World gleichzeitig auch eine Ausstellung mit Zeichnungen von Li Kunwu, die die Geschichte der Yunnan-Bahnlinie in China erzählt. Diese Bahnlinie wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut (Foto ganz unten).

Auch der „Rest“ des Rahmenprogramms und des Ausstellungs-Szenarios können sich sehen lassen. So erzählen von Schauspielern gespielte Schlüsselfiguren des Baus der Bahnlinie Peking-Hankow die Geschichte aus ihrer persönlichen Sicht und, wie üblich für Events in der Train World, ergänzen verschiedene Lesungen die Ausstellung und es wurde wieder ein besonderes Programm für Kinder und Familien entwickelt. Vieles wird in den Sprachen Niederländisch, Französisch, Englisch und Deutsch angeboten.

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(c) Train World

Das Buch zur Ausstellung „Peking-Hankow: Das große Epos“ ist im Shop des Museums erhältlich. Es erschien im Verlag Kana und wurde von einer ganzen Reihe Fachautoren verfasst: Louis Gillieaux, Jean Jadot (Texte aus dessen Aufzeichnungen), Charles Lagrange, Philip Vanhaelemeersch, Michelangelo Van Meerten und Stéphane Disière. Die Zeichnungen stammen von den Künstlern aus der Ausstellung François Schuiten und Li Kunwu.

Train World, Prinses Elisabethplein 5, B-1030 Schaarbeek (direkt im historischen Bahnhof von Schaarbeek). Informationen bietet die Webseite www.trainworld.be 

(c) Train World

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