Impfbereitschaft stoppt an der Sprachgrenze: Frankophone lassen sich ungern piksen, Flamen sind motivierter

Während 71% der noch nicht geimpften Flamen den Covid-19-Impfstoff ausdrücklich befürworten, sind es in Brüssel und Wallonien nur 51%. Noch immer weigert sich 38% der französischsprachigen Bevölkerung Belgiens, sich gegen Corona impfen zu lassen, im Vergleich zu nur 20% der Flamen. Das belegt der aktuelle Corona-Meinungsbarometer der Universitäten UGent, UCLouvain und ULB.

"Diese Differenz bei der Impfmotivation zwischen den beiden größten Sprachgruppen Belgiens hat sich seit März wieder vergrößert", bemerkt Olivier Luminet, Professor für Gesundheitspsychologie an der UCLouvain und Mitglied der Expertengruppe ‚Psychologie und Corona‘. "Lange bestand in der jetzigen Coronakrise das größte Risiko darin, dass nicht genügend Impfdosen zur Verfügung stehen könnten. Inzwischen riskieren wir, zwar genug Dosen zu haben, aber nicht genug Impfwillige.“

Diese Zurückhaltung könnte das Ziel gefährden, eine Durchimpfungsrate von 70 % der Bevölkerung zu erreichen. Aber Meinungen zum Thema Impfen können sich ändern, denn 74% der Personen, die den entsprechenden Fragebogen des Corona-Meinungsbarometers ausgefüllt haben, gaben an, dass sie ihre Meinung zum Thema Impfung im Laufe der Zeit schon revidiert haben. So sind von den Personen, die eine Impfung bisher "definitiv" ablehnten, nur noch 66% weiterhin absolut "negativ" eingestellt, während 12% inzwischen zögern und 22% sagen, dass sie sich jetzt wohl impfen lassen wollen.

Auf die Frage nach den Gründen für ihren Sinneswandel nennen die Befragten vor allem die Empfehlungen von Ärzten (59%), Apothekern (28%) und Experten (22%). Die Politik überzeugte nur 18 % der Befragten, die Zweifel hatten, aber das ist immer noch mehr als die 14 % der Befragten, die angaben, durch berühmte Persönlichkeiten zum Meinungswechsel animiert worden zu.

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