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Barzahlungen gehen um 39% zurück: Auch ältere Menschen verzichten wegen Corona auf Bargeld

Laut einer Studie des Finanzdienstleistungsverbands Febelfin und der Freien Universität Brüssel (VUB) ist die Zahl der Barzahlungen in Belgien im vergangenen Jahr um 39 % gesunken. Inzwischen werden erstmals deutlich mehr kontaktlose Bezahlmethoden mit Debitkarten oder Banking-Apps genutzt.  

Die Zahl der Barzahlungen ist schon seit einigen Jahren rückläufig. Die Corona-Krise hat den Verzicht auf Bargelds aber noch beschleunigt. Überraschenderweise zeigen die Zahlen, dass Bargeld bei den 65- bis 74-Jährigen inzwischen die unbeliebteste Zahlungsmethode geworden ist. Sie tätigen nur 9 % ihrer Zahlungen mit Bargeld. In der Gesamtbevölkerung geben nur noch 13% an, dass sie lieber mit Münzen und Scheinen bezahlen.

Die Tatsache, dass ältere Menschen nun Karten und Apps nutzen, um ihre Waren und Dienstleistungen zu bezahlen, hängt mit der Corona-Pandemie zusammen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren.

Sowieso zahlt die gesamte Bevölkerung immer weniger mit Bargeld und entscheidet sich stattdessen für Debitkarten oder kontaktlose Bezahlmethoden. Belgier haben immer weniger Geld im Geldbeutel. Sechs Prozent der Befragten führen nie Bargeld mit sich und 42% haben nicht mehr als 20 Euro dabei. Im Durchschnitt hatten die Belgier im Jahr 2021 55,60 Euro Bargeld in ihrem Portemonnaie, verglichen mit 61,20 Euro vor der Pandemie.

Kein Bargeld mehr in der Tasche

Die Zahl der Barzahlungen ist innerhalb eines Jahres um 39 % gesunken. Der wahrscheinliche Grund: Mitte 2020 wurde die Obergrenze für kontaktlose Zahlungen in Geschäften von 25 auf 50 Euro angehoben. Um mit der Bankkarte kontaktlos zu bezahlen, muss man die Karte einfach nur für einige Sekunden an das Bezahlterminal halten. Ein Pin-Code ist nicht erforderlich. 

Auch Zahlungen über Banking-Apps sind ebenfalls beliebter geworden. 35 % der Belgier geben an, dass sie im vergangenen Jahr mindestens eine Zahlung in einem Geschäft mit ihrem Smartphone getätigt haben. Dies ist ein Anstieg gegenüber 30 % vor der Corona-Krise. Diese Zahlungsmethode ist vor allem bei jüngeren Menschen beliebt. 25 % der 16- bis 24-Jährigen geben an, dass dies ihre bevorzugte Zahlungsmethode ist, vor der Coronavirus-Krise waren es 9 %. Die Über-55-Jährigen sind damit deutlich weniger vertraut.

Die Meinungsumfrage wurde online und per Telefon unter 1.181 Belgiern im März 2020 und 1.176 Belgiern im März 2021 durchgeführt.

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