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Dann blieben nur noch sechs: Diese Pianisten spielen im Finale des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs

Nachdem die Punkte der Jury zusammengezählt worden waren, gab der Präsident, Gilles Ledure, am späten Samstagabend die sechs Finalisten des diesjährigen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs bekannt. Drei Russen, zwei Japaner und ein Franzose gehen nun in Klausur und kehren zum letzten Test ab dem 24. Mai zurück. Die Wahl war schwierig, weil das Niveau sehr hoch lag, so Jurypräsident Ledure.

Und dann waren es nur noch sechs statt der üblichen zwölf in einem Finale des prestigeträchtigen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs. Das hat alles mit Corona zu tun, weshalb auch der ganze Wettbewerb zum allerersten Mal ohne Publikum stattfinden muss.

Aus zwölf Halbfinalisten - die allesamt coronasicher im Brüsseler Konzertsaal Flagey in Brüssel auftraten - wählte die Jury die sechs besten Pianisten aus. Das war nicht einfach, denn das Niveau lag sehr hoch, sagte Juryvorsitzender Gilles Ledure. 

Die sechs Finalisten sind drei Russen (Vitaly Starikov, Sergei Redkin und Dmitry Sin), zwei Japaner (Tomoki Sakata und Keigo Mukawa) und ein Pianist aus Frankreich (Jonathan Fournel). 

Sehen Sie hier einen Ausschnitt des Konzerts von Tomoki Sakata im Halbfinale:

Bei dieser Ausgabe des Wettbewerbs waren von Anfang an keine Belgier dabei. Es gab einen niederländischen Pianisten von gerade mal 19 Jahren, Aidan Mikdad. Der jüngste Teilnehmer wird aber nicht ins Finale einziehen.

Auch die Südkoreanerin Su Yeon Kim, die einzige teilnehmende Frau, überlebte das Halbfinale nicht. Und so wird das Klavier-Finale des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs zu einer reinen Männerangelegenheit.

Sehen Sie hier die Ankündigung des Juryvorsitzenden Gilles Ledure:

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Die sechs Finalisten werden nun in der Musikkapelle Köningin Elisabeth in Klausur gehen, bevor sie ihre letzte Prüfung antreten. In einer Woche müssen sie ein neues Pflichtwerk einstudieren, ohne Hilfe von außerhalb. Es handelt sich um "D'un jardin féérique" des französischen Komponisten Bruno Mantovani, Direktor des Pariser Konservatoriums (und nicht zu verwechseln mit dem bekannten Komponisten gleichnamiger Easy-Listening-Musik).

Ab Montag, dem 24. Mai bis Samstag, dem 29. Mai, spielen die sechs Pianisten im Brüsseler Konzertsaal Bozar, begleitet vom Nationalorchester Belgiens unter der Leitung von Hugh Wolff. Neben dem Pflichtwerk werden sie ein Konzert ihrer Wahl aufführen. Sie werden bekannte Konzerte von Rachmaninov, Brahms, Tschaikowsky und Prokofiev spielen.

Die Bekanntgabe der Gewinner findet am Samstag, den 29. Mai nach dem abschliessenden Konzert des Franzosen Jonathan Fournel, spät in der Nacht, statt.

Auch das Orchester hat eine arbeitsreiche Woche vor sich: Es muss das neue Werk einstudieren und alle Konzerte üben.

Das Finale des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs wird vom 24. bis 29. Mai live auf verschiedenen Radio- und Fernsehsendern übertragen: U.a. Klara, Canvas über den VRT-Sender Ketnet und VRT NU.

Enorme Entwicklung bei jungen Pianisten

Die Organisation dieses Wettbewerbs ist wegen der Corona-Krise natürlich nicht auf Rosen gebettet. Alle Kandidaten der im letzten Jahr abgesagten Ausgabe wurden erneut angeschrieben. Das Überspringen dieser einen Ausgabe war keine Option, denn der Klavierwettbewerb wird nur alle vier Jahre veranstaltet.  "Für viele Pianisten heißt es jetzt oder nie", sagt Gilles Ledure, "wenn man eine Gelegenheit verstreichen lässt, ist man vielleicht schon zu alt für die nächste".  

In der Tat gibt es bei den Teilnahmebedingungen eine Altersbegrenzung von 30 Jahren. Der Wettbewerb ist abwechselnd den Instrumenten Klavier, Violine, Gesang und Cello gewidmet. Sie findet daher einmal alle vier Jahre für jede Disziplin statt.

Gilles Ledure ist sehr beeindruckt von dem hohen Niveau der Pianisten, schon in der Vorauswahlphase. "Es scheint eine enorme Entwicklung in der Unterrichtsmethode und dem Engagement dieser jungen Pianisten zu geben. Es geht nicht nur um technisches Können, sondern auch um Einsicht und musikalisches Gefühl. Das macht sich "in allen Altersgruppen und auf allen Kontinenten bemerkbar", so Gilles Ledure noch. 

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