Kortrijk setzt ab Montag Stewards ein, um "arroganten" französischen Besuchern Herr zu werden

Nur etwa 10 km von der Grenze entfernt und angrenzend an Frankreichs viertgrößter Metropole (Lille/Roubaix/Tourcoing), war Kortrijk schon immer sehr beliebt bei Besuchern von jenseits der belgisch-französischen Grenze. Da momentan noch viele Geschäfte in Frankreich wegen den dortigen Corona-Beschränkungen geschlossen und die Außenbereiche der Gastronomiebetriebe in Belgien geöffnet sind, entscheiden sich viele Franzosen aus Lille, Tourcoing, Roubaix und den umliegenden Dörfern für einen Besuch im westflämischen Kortrijk. Dort sorgen sie aber manchmal für Probleme. Deshalb setzt die Stadt ab Montag zusätzliche Stewards ein, um die Einhaltung der belgischen Corona-Regeln durchzusetzen. 

Eigentlich müsste dies eine gute Nachricht für Händler und Gastwirte in der westflämischen Stadt sein. Aber leider halten sich nicht alle französischen Besucher an die belgischen Corona-Maßnahmen. Die verweigern das Tragen von Masken in Geschäften und halten sich nicht an den Sicherheitsabstand, oder betreten Läden mit mehr als zwei Personen. Dies hat schon zu Konflikten zwischen dem Ladenpersonal und diesen Kunden geführt. Ein Ladendetektiv bezeichnete sie als "arrogante französische" Kunden. Um dem entgegenzuwirken, wird die Stadtverwaltung in Kortrijk ab Montag, dem 17. Mai, zusätzliche Ordner einsetzen.

In Frankreich sind Bars und Restaurants immer noch komplett geschlossen und nur Geschäfte, die als lebensnotwendig erachtete Waren verkaufen, sind geöffnet. Das macht eine Reise über die Grenze für die mehr als 1 Million Franzosen, die weniger als eine halbe Autostunde von Kortrijk entfernt leben, noch attraktiver als es sonst der Fall wäre. Stadtrat Arne Vandendriessche sagte der Tageszeitung 'Het Laatste Nieuws': "Es soll klar sein, dass sie sehr willkommen sind. Aber sie sollten sich an die Corona-Maßnahmen halten, genau wie der Rest von uns".

"Einige der französischen Besucher sind sehr arrogant“

Dies scheint in Kortrijk ein Thema zu sein. In einer Whatsapp-Gruppe der ortsansässigen Händler sind zahlreiche Beschwerden von Händlern über das Verhalten der französischen Besucher zu lesen. "Einige der französischen Besucher sind sehr arrogant und weigern sich, die Regeln zu befolgen", heißt es dort zum Beispiel.

"Sie tragen ihre Maske nicht richtig, sitzen in zu großen Gruppen an den Terrassentischen (4 Personen pro Tisch ist das Maximum) oder weigern sich, einen Trolley oder Korb mitzunehmen. Das besorgt unseren Händlern Schwierigkeiten“, so Vandendriesche. „Natürlich sind Händler und Wirte froh, dass die französischen Kunden kommen, denn sie wollen die Umsatzeinbußen der vergangenen Monate wieder reinholen. Aber für ihre eigene Sicherheit und die der anderen Kunden ist es wichtig, dass sich alle an die Regeln halten".

Ab Montag, dem 17. Mai, werden in Kortrijk 10 Ordner zusätzlich eingesetzt. Sie werden nicht nur an den Eingängen zur Fußgängerzone platziert, sondern bewegen sich im Stadtzentrum, um ein Auge auf die Dinge zu haben. "Wenn Händler oder Inhaber von Gastronomiebetrieben das Gefühl haben, dass sie die Kontrolle über eine Situation verlieren, können sie jederzeit die Hilfe der Ordner in Anspruch nehmen", so Vandendriessche.

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