Impfdrängler: Flamen und Wallonen ließen sich mit falschen Angaben in Brüssel früher gegen Corona impfen

Mit Lügen und falschen Angaben haben sich Flamen und Wallonen in den Brüsseler Impfzentren unerlaubt und vorzeitig gegen Covid-19 impfen lassen, wie jetzt bekannt wurde. Das regionale Brüsseler Anmeldesystem BRUVAX war anfangs sehr einfach aufgebaut, um die Hemmschwelle in Sachen Corona-Impfung in der Hauptstadt abzubauen, doch einige wussten, gerade diese simple Anwendung zu ihrem Nutzen auszuhöhlen.

Um sich auf der Webseite des Brüsseler Impfsystems BRUVAX zu registrieren und anzumelden, genügte es anfangs seine Nationalnummer und eine Postleitzahl anzugeben, wie Inge Neven, Leiterin der Brüsseler Gesundheitsinspektion und der dortigen Impfkampagne mitteilte: "Diese Angaben wurden allerdings nicht mehr geprüft, wodurch einige Flamen diesen Vorgang missbrauchen konnten, um sich zu Unrecht in Brüssel schneller impfen zu lassen." Später wurde in dieser Angelegenheit ergänzt, dass auch Wallonen von diesem System profitierten. 

Inzwischen wurde bekannt, dass es sich dabei um "einige Tausend" Wallonen und Flamen handelt, die sich in Brüssel unerlaubt impfen ließen. "Wir haben das Brüsseler Anmeldesystem anfangs sehr einfach aufgestellt. Die Leute brauchten nur ihre Nationalnummer und die Postleitzahl ihrer Gemeinde angeben. Dieses System basierte auf Ehrenwort und das wurde leider von einigen missbraucht. Dabei handelt es sich vor allem um Flamen, die sich mit einer Brüsseler Postleitzahl registrierten, wodurch sie schneller als in Flandern geimpft werden konnten", so Neven gegenüber VRT NWS.

Die Leiterin der Brüsseler Impfzentren bedauert diesen Missbrauch und lässt unterdessen wissen, dass das System inzwischen derart angepasst ist, dass alle Hintertürchen geschlossen werden konnten: "Bei den Anmeldungen kann das jetzt nicht mehr passieren, bei den Wartelisten eventuell wohl noch. Doch jetzt erfolgen auch zusätzliche Kontrollen in den Impfzentren. Dort wird in Zukunft der Ausweis kontrolliert. Wer nicht in Brüssel wohnt, der wird abgewiesen. Also hat es keinen Sinn mehr, wenn man sich als Flame mit einer Lüge in Brüssel anmelden will."

Inge Neven sagte aber auch zu diesem Vorgang, dass die Flamen und Wallonen, die unberechtigt ihre erste Impfdosis in Brüssel erhalten haben, dort auch ihre zweite Dosis bekommen werden: "Ziel ist, dass wir so schnell wie möglich jeden impfen. Wir prüfen noch, ob das Folgen haben wird aber eigentlich ist das nicht unsere Aufgabe. Unsere Aufgabe ist, so schnell wie möglich jeden gegen Corona zu impfen. Das ist auch das, was wir tun..." In der Region Brüssel-Hauptstadt werden im Gegensatz zu Flandern und der Wallonie schon seit einiger Zeit auch jüngere Leute geimpft. Dies weckte wohl Begehrlichkeiten. 

Das Brüsseler Impfzentrum am Heyzel
vrtnws

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