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Lieferprobleme bei Johnson & Johnson können für Verzögerungen im belgischen Impfplan sorgen

Eigentlich war geplant, dass der Pharmakonzern Johnson & Johnson zwischen April und Juni den belgischen Gesundheitsbehörden 1,4 Millionen Impfdosen liefern sollte. Damit könnte man ebenso viele Landsleute gegen Corona impfen, denn dieser Impfstoff braucht nur eine Impfung. Doch bisher hat Johnson & Johnson nur knapp 100.000 dieser Impfdosen ausliefern können und mehr Lieferungen sind derzeit offenbar nicht vorgesehen. 

Das könnte für Verzögerungen im belgischen Impfplan sorgen. So ist z.B. in Flandern vorgesehen, bis zum 11. Juli alle Erwachsenen über 18 Jahre zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft zu haben. Doch ist dieses Vorhaben noch zu halten? Wohl kaum…

Johnson & Johnson kann für die kommenden Tage und Wochen keine neuen Lieferungen seines bei der belgischen Konzerntochter Janssen entwickelten Corona-Impfstoffes an unser Land in Aussicht stellen. Offenbar hat es bei der Produktion des Vakzins Fehler gegeben, weswegen große Mengen davon unbrauchbar seien, teilte die Impf-Taskforce der belgischen Bundesregierung dazu mit.

"Es gab ein Produktionsproblem bei Johnson & Johnson, wobei sich eine große Anzahl von hergestellten Impfstoffen als unbrauchbar erwies. Das müssen sie jetzt nachholen", sagt der emeritierte Professor für Allgemeinmedizin Jan De Maeseneer (UGent), der auch Mitglied der belgischen Impf-Taskforce ist. "Wir hoffen, dass in den kommenden Wochen die bestellten Lieferungen von Johnson & Johnson eintreffen werden."

Gerade dieser Impfstoff hatte im belgischen Impfplan eine wichtige Rolle. Durch die Tatsache, dass er nur einmal gespritzt werden muss (im Gegensatz zu allen anderen Corona-Impfstoffen, die zwei Impfungen mit einer Wartezeit dazwischen erfordern) sollte der J&J-Impfstoff in erster Linie bestimmten Personenkreisen vorbehalten sein und zwar Menschen, die nur schwerlich den Weg in eines der zahlreichen Impfzentren im Land finden können.

Das sind z.B. krankte und betagte Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, die zu Hause wohnen oder auch Obdachlose und Flüchtlinge, die unter prekären Umständen leben und die von Impffachkräften dort aufgesucht werden sollen, wo sie sich aufhalten bzw. wo sie wohnen. 

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