Mord an Sofie Muylle im Januar 2017: Prozessauftakt in Brügge

Am Montagvormittag hat in Brügge der Schwurgerichtsprozess gegen den Rumänen Alexandru Caliniuc (Foto unten) begonnen. Der 27-Jährige steht im Verdacht, 2017 Sofie Muylle (Foto oben) in Knokke gefoltert, vergewaltigt und umgebracht zu haben. Der Angeklagte, der nach einem internationalen Haftbefehl von Rumänien an die belgische Justiz überstellt wurde, bestreitet die Tötung, gibt aber die Vergewaltigung zu.

Die Leiche der damals 27 Jahre alten Sofie Muylle war am 22. Januar 2017 von einem Spaziergänger am Strand von Knokke-Heist gefunden worden. Die übel zugerichtete Frau lag unter den Pfosten einer Strandterrasse. Die Spurensicherung hatte ergeben, dass die junge Frau in der Nacht zuvor gefoltert, vergewaltigt und gewaltsam zu Tode gekommen war.

Alexandru Caliniuc konnte identifiziert werden, da die Aufnahmen von Überwachungskameras am Strand von Knokke zeigen, wie dieser lange am Tag nach dem Mord und in der Nähe des Tatorts am Strand und auf der Strandpromenade auf- und abläuft. Diese Aufnahmen zeigen auch, dass der Rumäne etwas mit seinem Handy filmt und dass er dieses Video mehrmals anschaut.

Aber, der heute 27 Jahre alte Verdächtige verschwand und floh in seine rumänische Heimat, wo er nach einem internationalen Haftbefehl festgenommen und an Belgien ausgeliefert wurde. Danach entdeckten die Ermittler Spuren von dessen DNA am Opfer und sie entdeckten auch ein Video auf dessen Handy, dass die sterbende Frau zeigt.

Dazu gab Calinius an, dass er Sophie Muylle zwar gefunden und vergewaltigt habe, doch dass er sie nicht umbrachte. Er habe das Video gemacht, um beweisen zu können, dass sie noch lebte, als er sie fand. Für die Anwälte der Angehörigen des Opfers steht glasklar fest, dass Alexandru Caliniuc der Mörder von Sophie Muylle ist. Dessen Verteidigung versucht zu beweisen, dass die Frau aufgrund von Unterkühlung an Herzversagen gestorben ist.

Auf die Geschworenen kommen schwere Tage und Wochen zu. Sie müssen sich u.a. das Video ansehen, dass die sterbende Frau zeigt und sie müssen urteilen, ob Caliniuc tatsächlich sein Opfer gefoltert, vergewaltigt und ermordet hat. Es gilt also herauszufinden, was sich tatsächlich in der Nacht zum 22. Januar 2017 abgespielt hat. Alle Beteiligten warten auf Antworten auf ungeklärte Fragen, die wohl vor allem über Indizien kommen müssen. 

Alexandru Caliniuc (mit blauem Hemd und unkenntlich gemachtem Gesicht)

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