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Ohrfeigen versetzt: Frau des belgischen Botschafters in Südkorea führt Diplomatenschutz an

Belgiens Botschafter in Südkorea, Peter Lescouhier, hatte sich im April für die Schläge entschuldigt, die dessen Ehefrau zwei Verkäuferinnen in einem Geschäft in der dortigen Hauptstadt Seoul verpasst hatte. Zwei Überwachungskameras hatten den Vorfall aufgenommen und die entsprechenden Bilder waren im südkoreanischen Fernsehen gezeigt worden. Der Fall sollte eigentlich in Südkorea vor Gericht kommen, doch die Botschafter-Gattin beruft sich auf ihre diplomatische Immunität, um einer Strafe zu entgehen.

Die Frau des belgischen Botschafters in Südkorea war am 22. April in einem Geschäft in Seoul zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt worden. Bei der hitzigen Diskussion in diesem Zusammenhang zwischen der Botschafter-Gattin und zwei Verkäuferinnen hatte letztere den Angestellten Schläge ins Gesicht versetzt. Daraufhin wurde die Sie bei der Polizei angezeigt.

Die belgische Botschaft in Seoul ließ seinerzeit wissen, dass sie sich an den polizeilichen Ermittlungen in diesem Fall konstruktiv beteiligen werde und Botschafter Peter Lescouhier entschuldigte sich für das Verhalten seiner Frau auf der Facebook-Seite der Botschaft in Englisch und in Koreanisch. Jetzt sollte es in Seoul zu einem Verfahren kommen, denn die Anzeige von Seiten der beiden Verkäuferinnen wurde nicht zurückgezogen, wie die südkoreanische Polizei dazu mitteilte. Doch ein Verfahren wird es wohl doch nicht geben.

Die Bilder von Überwachungskameras in dem Geschäft wurden seinerzeit im südkoreanischen Fernsehen gezeigt und sorgten dort für wütende Reaktionen. Ob die Tatsache, dass sich die Botschafter-Gattin jetzt auf ihren diplomatischen Schutz beruft, um einem Verfahren und einer Bestrafung zu entgehen, ebenfalls für wütende Reaktionen sorgen wird, bleibt abzuwarten. Auch die Partner von Botschaftern genießen diplomatische Immunität und auf diese Beruft sich jetzt die Botschaft. 

Die Polizei von Seoul meldete dazu, die belgische Botschaft habe wissen lassen, „dass sie das Recht auf Immunität der Ehefrau des Botschafter handhabe.“ Das bedeutet für die südkoreanische Justiz, dass der Fall wohl zu den Akten gelegt werden kann. 

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