Limburg: Polizei sucht bewaffneten rechtsradikalen Soldaten - Bekannter Virologe in Sicherheit gebracht

In der Provinz Limburg wird seit Dienstagnachmittag nach einem bewaffneten Mann gefahndet, der es möglicherweise auf den Virologen Marc Van Ranst abgesehen hat. Der Mann, der 46 Jahre alte Berufssoldat Jurgen Conings, ist als rechtsextremer Soldat bekannt und hatte mit einer Gewalttat gedroht. Wiederholt hatte er auch Bedrohungen gegen Van Ranst geäußert. Da der Mann schwerbewaffnet ist, hat die belgische Bundesstaatsanwaltschaft den Fall übernommen.

Die Fahndung gegen den bewaffneten Mann - er soll mit einem Raketenwerfer, einem Maschinengewehr und einer Pistole unterwegs sein und eine schusssichere Weste tragen - läuft bereits seit den Nachmittagsstunden am Dienstag und begann zunächst in Leopoldsburg. Im Laufe des Tages wurde die Fahndung auf die Gemeinden Beringen und Pelt sowie auf das Ufer der Maas und auf die grenznahen Niederlande ausgeweitet.

Inzwischen hat die Bundesstaatsanwaltschaft den Fall von der Staatsanwaltschaft Limburg übernommen und dort ist die Rede von einer „ernsten Drohung mit einer gewalttätigen Aktion.“ Diese könnte sich möglicherweise gegen den bekannten Virologen Marc Van Ranst richten, denn die verdächtige Person hat diesen bereits mehrmals beschimpft und bedroht. 

"Nicht beeindruckt"

Aus diesem Grunde wurde Van Ranst und seine Familie in Sicherheit gebracht, zumindest solange, bis der Verdächtige gefasst ist. Van Ranst twitterte unterdessen, dass eine solche Bedrohung auf ihn keinen Eindruck mache: „Gegen die Covid-Regeln und gegen die Covid-Impfungen zu sein, geht viel zu oft einher mit Gewaltverherrlichung und rohem Rassismus. Ich wundere mich nicht darüber, dass Bedrohungen fast ausschließlich aus dieser Ecke kommen.“

Wie konkret die Bedrohung gegen den Virologen tatsächlich ist, ist unklar. Doch dass ausgerechnet die Person, die Van Ranst in der jüngeren Vergangenheit mehrmals bedrohte, jetzt per Fahndung von der Bundesstaatsanwaltschaft und der gesamten Polizei in der Provinz Limburg gesucht wird, lässt auf eine Gefahr für den Virologen schließen. Zudem hatte der Soldat vor einiger Zeit in Leopoldsburg bewaffnet für Randale gesorgt, doch die Polizei konnte ihn dabei nicht fassen. 

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Die Spur des bewaffneten rechtsradikalen Soldaten verliert sich an einem Wald, dem Dilserbos. Dort fand ein Förster am Dienstagabend dessen Wagen. Das Auto wurde sichergestellt und abgeschleppt. Der Fundort des Wagens ist nicht weit vom Wohnort des Gesuchten in Dilsen-Stokkem entfernt (Foto unten). Die Polizei gab am Mittwochmorgen bekannt, dass die schwersten Waffen des Mannes - offenbar der Raketenwerfer und die Maschinenpistole - in dem Auto gefunden wurden. Die Suche konzentriert sich in den letzten Stunden auf den Nationalpark "Hoge Kempen". Dieser wurde weiträumig abgesperrt und ein Polizeihubschrauber überfliegt das Gelände.

Fahndungsaufruf der Polizei

Inzwischen veröffentlichte die belgische Bundespolizei einen Aufruf zur Mithilfe an die Bevölkerung. Darin heißt es: „Am Montag, den 17. Mai 2021, verließ der 46-jährige Jurgen Conings morgens früh seine Wohnung in Dilsen-Stokkem. Er begab sich noch zur Arbeit. Seit dem fehlt jede Spur von ihm. (…) Conings ist etwa 1,90 Meter groß und muskulös. Er ist kahl und trägt einige Tattoos, vor allem auf seinen Oberarmen. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er ein T-Shirt von Timberland.“

Wer Informationen zu diesem Vorfall hat oder glaubt, den Soldaten gesehen zu haben, der kann sich unter der Nummer der Polizei 0800 30 300 melden. Die Polizei warnt allerdings davor, Conings zu nahe zu kommen. Er ist vermutlich schwer bewaffnet und gilt als gefährlich. Man sollte sich ihm auf keinen Fall nähern, sondern direkt die Polizei rufen. 

Was ist über den Gesuchten bekannt?

Jurgen Conings ist 46 Jahre alt und ist Berufssoldat in der Kaserne von Peutie in Flämisch-Brabant. Er wohnt im limburgischen Dilsen-Stokkem. Ihm werden rechtsextreme Neigungen nachgesagt und diese scheinen sehr ernst genommen zu werden. 

Er steht wegen seiner extremen Ansichten beim belgischen Militär unter Beobachtung und er wird auf der Terroristenliste des Organs für Bedrohungsanalyse (OCAD) geführt, wie Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) am Dienstagabend gegenüber unseren Kollegen von privaten TV-Sender VTM angab. 

Van Quickenborne sagte, dass von diesem Mann eine „ernste und akute Bedrohung“ ausgeht. Offenbar wurden Abschiedsbriefe von ihm gefunden. Beim belgischen Sicherheitsdienst (ADIV) wurde dazu mitgeteilt, dass der Gesuchte einer von rund 30 rechtsextremen Armeeangehörigen sei, die unter ständiger Beobachtung stehen. 

Das Auto des Gesuchten wurde am frühen Mittwochmorgen im Dilserbos in der Nähe seines Wohnorts Dilsen-Stokkem gefunden

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