Reiseveranstalter Neckermann Belgien wieder gerettet - CIM Capital übernimmt 110 Mitarbeiter

Die belgische Investment-Gesellschaft CIM Capital ist der neue Besitzer des Reiseveranstalters Neckermann. Die Gesellschaft übernimmt 41 Neckermann-Filialen und insgesamt 110 Mitarbeiter. Wenn alles glattläuft, kann ab dem 7. Juni wieder damit begonnen werden, dort Urlaubsreisen zu verkaufen. Wer noch Gutscheine für vor dem letzten Konkurs gebuchten Reisen besitzt, kann diese weiter einsetzen.

Jetzt, wo sich langsam auch auf dem Reisesektor eine Entspannung in Sachen Coronakrise andeutet, kommt ein weiterer (alter) Anbieter auf diesem Markt wie gerufen. Die Investment-Gesellschaft CIM Capital hat vom Handelsgericht in Nivelles die Zustimmung erhalten, Neckermann Belgien zu übernehmen. Die Gesellschaft konnte dem Handelsgericht ein besseres geschäftliches Konzept für die Übernahme vorlegen, als Mitbewerber Futura (ebenfalls eine Investierungsgesellschaft).

CIM Capital übernimmt zwar 10 Mitarbeiter weniger, als Futura angeboten hatte, doch allgemein schnitt CIM offenbar besser ab. CIM übernimmt 41 der 46 Neckermann-Filialen und 110 der 128 Mitarbeiter. Die Kollegen, die nicht übernommen werden, sind die Mitarbeiter der Filialen, die nicht weiterbetrieben werden. Als neuen CEO von Neckermann setzt CIM Capital Gert De Caluwé ein, den früheren Geschäftsführer von Thomas Cook Belgien und der Sunweb Gruppe. Neckermann wird weiter mit den bisherigen Partnern Corendon, Sunweb, Pegase, Misterfly, Interhome und  campings.com arbeiten, wie am Dienstag angekündigt wurde. 

Zweite Rettung seit der Thomas Cook-Pleite

Erst vor rund anderthalb Jahren konnte der Reiseveranstalter vor der Pleite gerettet werden, als das britische Mutterunternehmen Thomas Cook den Bach runter ging. Danach wurde Neckermann Teil der spanischen Wamos-Gruppe und durchlief eine Reorganisation mit vielen Filialschließungen und Entlassungen.

Doch in der Corona-Krise geriet Wamos selbst ins Wanken. Im Oktober 2020 hatte Neckermann Gläubigerschutz beantragt, doch dieser Vorgang wurde nach der Ankündigung von Wamos in Spanien, 3,5 Mio. € nach Belgien zu überweisen, abgebrochen. Aber, dieses Geld kam nicht fristgerecht an und so musste im Februar erneut Konkurs angemeldet werden. 

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