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Flanderns Kulturpreise: Einer der 12 Ultimas geht an die flämische Fanfaren-Kultur

Dieses Jahr vergibt Flandern insgesamt 12 Ultimas, die wieder an die verschiedensten Künstler, Gruppen und Ensembles oder Organisationen gehen. Auffallend ist dabei, dass die flämische Fanfaren-Kultur darunter ist. In Flandern gibt es heute noch rund 300 lokale Fanfaren, die fest mit ihrer Gegend verwurzelt sind. Weitere Ultimas gehen an das Regie-Duo Adil El Arbi und Bilall Fallah und an die Organisation „State of the Arts“, die Künstler unterstützt, gerade jetzt auch verstärkt in diesen Coronazeiten. 

Der Ultima für Immaterielles Kulturerbe geht dieses Jahr an die flämische Fanfaren-Kultur, deren Dachverband die Amateurmusik-Organisation VLAMO ist. In Flandern gibt es rund 300 dieser Fanfaren, in der Amateur- und Hobbymusiker aus allen Generationen miteinander musizieren. Vor kurzem wusste VLAMO noch mit der Aktion „Fermate“ zu überzeugen, bei der an 180 Orten in ganz Flandern Musiker aus Fanfaren gleichzeitig ein Stück zu Ehren der Corona-Opfer spielten. Die Fanfaren sind in ihren Heimatorten fest mit der lokalen Kultur verwurzelt und zahlreiche Pop-, Rock-, Jazz- oder Klassikmusiker machten ihre ersten musikalischen Gehversuche in solchen mobilen Orchestern.

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Fanfaren gehören zur lokalen Kultur in ganz Flandern
Radio 2

Im Bereich Musik ging der Ultima für allgemeine kulturelle Verdienste an den international renommierten Dirigenten Philippe Herreweghe (siehe nebenstehenden Beitrag). 

Der Musik-Ultima 2021 geht an die Gamba-Spielerin Romina Lischka, die mit ihrer Gruppe Hathor Consort Renaissance-, Barock- und Weltmusik spielt. Lischka studierte übrigens auch indischen Gesang und wird ausgezeichnet, weil sie stets die Verbindung zwischen Stilen, Kulturen und Kunstrichtungen sucht. Sie ist zudem Solistin im Collegium Vocale, dem Ensemble von Philippe Herreweghe.

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Die beiden Filmregisseure Adil El Arbi und Bilall Fallah studierten gemeinsam an der LUCA School of Arts in Brussel und drehten danach Filme, wie „Black“, „Image“, „Patser“ und 2020 mit Will Smith „Bad Boys for Life“. Aktuell drehen sie “Beverley Hills Cop 4” mit Eddie Murphy, Filme für die Disney+-Reihe „Ms. Marvel“ und in Brüssel „Rebel“. Sie werden für ihre erfolgreiche filmische Bandbreite zwischen belgischem Sozialdrama und Hollywoodstreifen ausgezeichnet und für ihren Einsatz für eine inklusive und diverse Gesellschaft. Die Jury sagt zu ihrem Ultima: „Sie geben jungen Menschen die Hoffnung, dass sich Träume lohnen.“  

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Adil El Arbi und Bilall Fallah bei der Premiere von "Black" 2015

Weitere Ultimas: Fikry El Azzouzi (Buch- und Theaterautor), „State oft he Arts“ (Künstlerunterstützung - auch und gerade in diesen Coronazeiten), André Loeckx (Architektur), Luk Lambrecht (bildende Kunst), Bauke Lievens (Zirkus), das Weltfilm-Festival MOOOV (kulturelles Unternehmertum), Enchanté vzw. (soziokulturelle Erwachsenenbildung) und die Tanzorganisation Moving Ground (Amateurkünste). 

Fikry El Azzouzi schreibt Romane und für das Theater

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