MP Jambon rudert zurück: Doch kein professionelles Catering bei Gartenfesten nötig

Wenn ab dem 9. Juni wieder Gartenfeste mit bis zu 50 Gästen erlaubt sind, muss doch kein professioneller Caterer den Ablauf der Veranstaltung begleiten und für die Speisen und Getränke sorgen. Dies sagte Flanderns Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA - Foto) am Dienstagabend in einer TV-Sendung. Jambon hatte gerade diese Maßnahme kürzlich erst selbst angekündigt. Die Virologin Erika Vlieghe hält übrigens derzeit noch nichts von Feiern mit 50 Gästen. Sie befürchtet einen Rückschlag in Sachen Anti-Corona-Kampf, wenn sich schon bald so viele Leute an einem Ort treffen dürfen.

Am Sonntag hatte MP Jambon die Verpflichtung für Personen, die im privaten Raum zu Gartenfesten mit bis zu 50 Gästen einladen wollen, einen professionellen Caterer oder Partyservice einzustellen, beim Antwerpener Regionalsender ATV angekündigt und damit für Kopfschütteln und Unverständnis gesorgt. 

Am Dienstagabend ruderte Jambon zurück und sagte in der TV-Late Night-Sendung „De Cooke & Verhulst Show“ beim Privatsender Play 4, dass solche Feste ab dem 9. Juni ohne professionelles Catering zugelassen seien: „Wir wissen inzwischen, was erlaubt ist und was nicht.“

Gegenüber VRT NWS verdeutlichte Jambon: „Caterer dürfen ab dem 9. Juni Empfänge und Bankette anbieten und dabei hielt ich es für logisch, dass die Caterer das auch im Garten von anderen Leuten tun dürfen. Doch wir haben gemerkt, dass das zu Unverständnis bei der Bevölkerung geführt hat. Darum habe ich mich mit den Kollegen im Konzertierungsausschuss abgesprochen und jetzt sind wir zu dieser neuen Regelung gekommen. Es ist wichtig, dass die Maßnahmen, die wir ergreifen, auch eine große Akzeptanz haben.“ 

Für Verwirrung gesorgt

Die Sache hat sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik für Verwirrung und Irritationen gesorgt. Doch noch sind die entsprechenden Beschlüsse dazu aus dem Konzertierungsausschuss aus Bund, Ländern und Regionen nicht im Staatsblatt veröffentlicht worden. 

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) und Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) ließen noch am Dienstagabend ebenfalls wissen, dass Gartenfeste und Empfänge privater Natur im eigenen Garten ohne professionellem Partyservice organisiert werden können. 

Die entsprechenden Beschlüsse würden umgehend durch die zuständigen Gremien gebracht und veröffentlicht. Joachim Coens, der Vorsitzende der flämischen Christdemokraten CD&V, kritisierte diesen Vorfall und sagte via Twitter: „Ist das die Art und Weise, mit der wir die Leute informieren?“ 

"Wir riskieren unseren Vorsprung auf das Virus zu verlieren" 

Die Virologin und Leiterin des GEMS-Gremiums, das die Regierungen in unserem Land in Sachen Corona-Exit-Strategie berät, Erika Vlieghe, hält übrigens nichts von Gartenfesten mit bis zu 50 Teilnehmern und Gästen. Sie sagte am Mittwoch dazu gegenüber VRT NWS: „Der 9. Juni ist noch zu früh, um ein Fest im Garten mit so vielen Leuten zu veranstalten. Wir riskieren unseren Vorsprung auf das Virus zu verlieren. (…) Der 9. Juni ist noch sehr früh, denn das Virus zirkuliert noch und viele Menschen sind noch nicht geimpft.“

Wir sollten der Impfkampagne alle Chancen bieten, um unseren Vorsprung auf das Coronavirus zu behalten, so die Virologin: „Wenn wir nicht sicher mit einander umgehen, können wir das in kürzester Zeit versauen. Es ist nicht schlau, alles was geht, auch zu machen…“  

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