Luk De Wilde

Prügel und Beleidigungen: Einige Fälle von Schwulenhass sorgen in Flandern für Aufruhr

In Sint-Niklaas in Ostflandern hat der Vorsitzende der örtlichen Holebi-Vereinigung (vzw. Tiszo), Wim Raes (Foto) bei der Polizei Anzeige erstattet. Raes war von einigen Jugendlichen in die Enge getrieben und wüst beschimpft worden. In Oudenaarde (ebenfalls Ostflandern) ist am Montag ein homosexueller Jugendlicher von mehreren Minderjährigen zusammengeschlagen worden und es wurde eine Regenbogenfahne in die Schelde geworfen.

Wim Raes meldete der Polizei von Sint-Niklaas, dass er von drei Jugendlichen mit dem Fahrrad in die Enge getrieben und übelst beschimpft wurde. „Drecks Homo! Du wirst in der Hölle brennen!“, hätten die drei Jugendlichen gerufen, so Raes: „Das kann ich nicht durchgehen lassen. Das muss aufhören. Es ist jetzt wirklich genug gewesen.“ Wim Raes weiß, dass er als Vorsitzender der Holebi-Vereinigung „Tiszo“ möglicherweise eine bekannte Figur ist, doch dies berechtige diesen Hass nicht, so der Angegriffene.

Raes erstattete Anzeige und erinnert dabei auch an die Vorkommnisse in Oudenaarde am vergangenen Montag, ausgerechnet am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie. Dabei wurde ein junger Homosexueller von zwei Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und ein Dritter filmte das Ganze. Danach zogen die gleichen Jugendlichen eine Regenbogenfahne von einem Mast und warfen sie in die Schelde. 

Auf dem entsprechenden Handyvideo ist zu hören, wie einer der Jugendlichen dabei ruft: „Zum Tag der Schwulen, hé!“. Über diese Handyvideos, die die Täter ins Netz stellten, konnten sie schnell identifiziert und festgenommen werden. Die beiden überführten Jugendlichen wurden am Mittwoch unter strengen Auflagen wieder freigelassen.

Wim Raes ruft dazu auf, zum Thema Homosexualität und zur LGBTQ+-Gemeinschaft das Gespräch mit den islamischen Gemeinschaften zu suchen, denn in beiden Fällen waren die jungen Täter einmal mehr Jugendliche mit moslemischen Wurzeln, wie auch aus deren Parolen zu hören war. 

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