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Erstmals seit 25 Jahren: Brüsseler Bevölkerung geht 2020 zurück

Einer vorläufigen Erhebung des Brüsseler Instituts für Statistik und Analyse ist die Anzahl der Einwohner in der belgischen Hauptstadt 2020 erstmals seit einem Viertel Jahrhundert gesunken, und zwar um rund 3.000 Personen im Vergleich zu 2019. Ursache soll die Corona-Gesundheitskrise sein. Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen müssen noch weiter verfeinert werden. 

Am 1. Januar 2020 zählte die Region Brüssel-Hauptstadt 1,218 Millionen Einwohner und damit 10.000 mehr als 2019. Wenige Monate später bricht die Corona-Epidemie aus und verursacht einen Knick in der seit 25 Jahren ununterbrochen steigenden Bevölkerungszahl in den 19 Gemeinden. 

Die Übersterblichkeit im Jahr 2020 ist die Hauptursache für den Rückgang der Einwohnerzahl von Brüssel. Vorläufig wurden 11.000 Todesfälle erfasst, 2.000 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019. Die Todesfälle sind damit im Schnitt um 23 % im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. März und November waren besonders tödlich.  

Rückgang der Migration nach Brüssel

Der andere Faktor, der die Demografie 2020 in Brüssel beeinflusst hat, ist der Rückgang der Zugezogenen. Im März 2020 wurden die Grenzen geschlossen. Demographische Prognosen sagen für ganz Belgien einen Rückgang der internationalen Migration um 50 % voraus. Vorläufigen Erhebungen zufolge sollen 2020 etwa 26.000 Menschen aus dem Ausland nach Brüssel gezogen sein. 2019 waren es mehr als 54.000. Was die Umzüge aus einem anderen belgischen Ort nach Brüssel betrifft, haben sich die Zahlen zwischen 2019 und 2020 kaum verändert. 

Kein Geburtenrückgang

Bei den Geburten ist 2020 kein Rückgang zu verzeichnen. Stattdessen wird die Auswirkung der Corona-Krise auf die Geburtenrate für 2021 erwartet. Laut des Brüsseler Statistikamtes ist für 2021 erneut mit einem Anstieg der Bevölkerung zu rechnen.

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