Trotz massiver Suchaktion: Ex-Elitesoldat Conings unauffindbar, Suche geht weiter

Von dem radikalisierten und bewaffneten ehemaligen Elitesoldaten Jurgen Conings fehlt auch am vierten Tag nach seiner Flucht noch jede Spur. Die Polizei und die Armee haben eine Zone von 20 Kilometern im Nationalpark Hoge Kempen an der belgisch-deutschen Grenze akribisch durchsucht, aber ohne Erfolg. Laut dem Gouverneur von Limburg, Jos Lantmeeters, wird die Suche in demselben Gebiet fortgesetzt.  

Polizeiautos und gepanzerte Fahrzeuge fuhren auch am Freitagmorgen im Nationalpark Hoge Kempen auf. Gegen Mittag schienen weniger Ordnungskräfte und Soldaten anwesend zu sein als gestern. "Wir suchen weiterhin im gleichen Gebiet und in der Umgebung und werden so lange weitermachen, bis wir ihn haben”, war von Seiten der Staatsanwaltschaft zu hören: “Wir hatten konkrete Hinweise, dass er im Park war. Die Tatsache, dass er nicht gefunden wurde, muss nicht bedeuten, dass er nicht in der Gegend ist oder war.” 

In dem teilweise unzugänglichen Gebiet fanden die Suchkräfte ein Zelt, dass jetzt auf DNA und Fingerabdrücke untersucht wird. 

Autobahn E314 wieder geöffnet

Die Autobahn zwischen Maasmechelen und Genk-Ost, die seit Donnerstag wegen der Fahndung gesperrt war, wurde kurz nach Mitternacht wieder freigegeben. "Umleitungen sind nicht mehr notwendig", twitterte die Flämische Verkehrszentrale. 

radio 2

Was passiert ist

Am Montagabend war Soldat Jürgen Conings, der wegen seiner rechtsradikalen Gesinnung bei den Streitkräften in Ungnade gefallen war, nach der Arbeit nicht nach Hause. Wie sich herausstellte, hatte er aus der Kaserne in Leopoldsburg Kriegswaffen mitgenommen, darunter vier Panzerabwehrraketen und eine Maschinenpistole. 

Am Dienstag begann eine Großfahndung nach dem ehemaligen Afghanistan- und Iraksoldaten, der seit seiner Rückkehr u. a. für Schießübungen zuständig war. Am Abend wurde sein Auto mit den Panzerabwehrraketen am Waldrand gefunden.  

Conings hatte verschiedene Abschiedsbriefe geschrieben, in denen er die Regierung, die Virologen und die Armee (seinen eigenen Arbeitgeber) bedrohte. Der bekannte flämische Virologe Marc Van Ranst und dessen Familie wurden an einen sicheren Ort gebracht, Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) hat zusätzlichen Schutz erhalten. Conings steht wegen seiner rechtsradikalen und gewaltbereiten Gesinnung auf der Gefährderliste der Anti-Terror-Zelle.  

Die Sicherheitsdienste gehen davon aus, dass er noch am Leben und immer noch bewaffnet ist. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten