(c) Ronald van den Heerik/ Hollandse Hoogte

Zwei Todesfälle in Belgien hängen "wahrscheinlich" mit Corona-Impfstoff zusammen: "äußerst selten"

Zum ersten Mal wird in Belgien bei zwei Todesfällen ein Zusammenhang mit einem Corona-Impfstoff als wahrscheinlich angesehen. Das berichtet die belgische Behörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte. "Es handelt sich um äußerst seltene Nebenwirkungen", sagt die Vakzinologin Isabel Leroux-Roels. 

In beiden Fällen war Vaxzevria verabreicht worden, der Impfstoff von AstraZeneca.  

In einem Fall handelt es sich um das Kapillarlecksyndrom, eine sehr seltene Erkrankung, bei der Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt, was zu einer Schwellung des Gewebes und einer Senkung des Blutdrucks führt. Der andere Fall betrifft die Immunthrombozytopenie, eine Erkrankung, bei der geringe Mengen an Blutplättchen zu Blutungen führen können. Die FAMHP hält in beiden Fällen einen Zusammenhang mit der Vaxzevria-Impfung für "wahrscheinlich". 

Diese Nebenwirkungen werden bereits auf europäischer Ebene untersucht. Für einen Fall wird die Packungsbeilage angepasst. Für den anderen Fall ist der kausale Zusammenhang noch nicht klar, aber wir haben ein Sicherheitssignal, also möglicherweise eine neue oder eine veränderte Nebenwirkung, erklärte die Sprecherin der belgischen Arzneimittelbehörde, Ann Eeckhout: "Glücklicherweise sind dies sehr seltene Erkrankungen, vor allem, wenn wir uns die Anzahl der verabreichten Impfstoffe ansehen, sowohl in Belgien als auch auf europäischer Ebene. Und der Gesamtnutzen von Impfstoffen bei der Corona-Prävention und den damit verbundenen Risiken überwiegt immer noch mögliche Nebenwirkungen und Probleme." 

Vertrauen in Impfung behalten

Die beiden Fälle sollten unser Vertrauen in Impfstoffe nicht zerstören, sagt auch die Impfärztin Isabel Leroux-Roels, die betont, dass es sich um "äußerst seltene Nebenwirkungen" handelt. "Jeder Impfstoff - nicht nur die Corona-Impfstoffe - kann Nebenwirkungen hervorrufen. Die meisten Symptome, wie z. B. Kopfschmerzen oder Fieber, halten normalerweise nicht länger als ein paar Tage an und verschwinden spontan. Wenn starke Kopfschmerzen länger dauern oder eine Schmerztablette nicht wirkt, sollte man besser, einen Arzt aufzusuchen.” 

Die sehr seltenen Fälle von tödlichen Nebenwirkungen wurden auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) gemeldet. In Belgien können Nebenwirkungen der Impfung weiterhin über www.eenbijwerkingmelden.be gemeldet werden. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten