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Immer mehr Menschen in Belgien weisen Antikörper gegen das Coronavirus auf

Inzwischen sind über 4 Millionen in Belgien lebende Menschen zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft. Damit schneidet unser Land in dieser Hinsicht vergleichsweise gut ab. Und auch ein anderer Aspekt in der Gesundheitsanalyse macht in Sachen Gesundheitskrise wegen Covid-19 Hoffnung. Immer mehr Landsleute entwickeln Antikörper gegen Corona. Inzwischen wird auch empfohlen, jugendliche Risikopatienten zwischen 16 und 17 Jahren gegen Corona zu impfen. 

Pflegekräfte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben z.B. eine besonders hohe Konzentration von Antikörpern gegen das Coronavirus im Blut, wie Forscher des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano herausgefunden haben. Das Personal von Krankenhäusern oder Arztpraxen wird bereits seit Anfang des Jahres systematisch gegen Covid-19 geimpft.

Inzwischen steigt die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, die Antikörper aufweisen, in Belgien stark an, so die Sciensano-Studie. Mittlerweile haben 85 bis 95 % des Gesundheitspersonals Antikörper gegen Corona in ihrem Blut. In der gesamten belgischen Bevölkerung liegt dieser Anteil derzeit bei rund 28,9 %, so Sciensano. Das Gesundheitsamt untersucht die Bildung von Antikörpern schon seit März 2020.

Gemeinsam mit dem Roten Kreuz hat Sciensano eine weitere Studie  in diesem Bereich durchgeführt. Hierbei hat ergeben, dass bei 20,3 % aller Blutspender in Belgien bereits vor dem Start der Impfkampagne Antikörper im Blut nachgewiesen wurden. Jetzt stellt sich die Frage, wie weit es um die sogenannte „Herden-„ oder „Gruppenimmunität“ der Belgier bestellt ist. 

Der Hohe Gesundheitsrat in Belgien empfiehlt Corona-Impfungen schon für 16- bis 17-Jährige Risikopatienten

Die Experten des Hohen Gesundheitsrates empfehlen eine Corona-Impfung auch für Jugendliche der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen. In einem Gutachten des Rates heißt es, dass die Risikopatienten in dieser Altersgruppe schon in naher Zukunft gegen Covid-19 geimpft werden könnten. Für alle anderen Jugendlichen ab 16 Jahren, die sich impfen lassen wollen, sollte aber weiter die aktuelle Priorisierung gelten.

Die 16- und 17-Jährigen könnten mit dem Präparat von Pfizer/BioNTech geimpft werden, so der Rat weiter. Alle anderen Impfstoffe, die in der Europäischen Union zugelassen sind, wurden nur für Jugendliche ab 18 Jahren freigegeben.

Die Impfung von Jugendlichen könne mit dazu beitragen, dass die Ausbreitung des Coronavirus weiter eingedämmt werde, sagte Pierre Van Damme, Professor für Vakzinologie an der Universität Antwerpen (UA), gegenüber VRT NWS. Die jungen Leute würden  zwar kein großes Risiko laufen, schwer an Corona zu erkranke, so Van Damme, doch diese Altersgruppen hätten wieder viele soziale Kontakte. Ihre Impfung könne dabei helfen, ältere Personen und Menschen aus Risikogruppen gegen Covid-19 zu schützen.

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