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Terrorverdächtiger Soldat noch flüchtig. Nordbahnhof durchsucht. Appel des Bundesstaatsanwalts

Fast eine Woche nach seinem Verschwinden wird der flüchtige Soldat Jurgen Conings immer noch gesucht. Jeden Tag gehen mehrere Hinweise von Leuten ein, die glauben, den Mann gesehen zu haben, aber bisher ohne Erfolg. Gestern appellierte die Bundesanwaltschaft an Conings selbst, "sich an jemanden zu wenden, dem er vertraut".

Die Bundesanwaltschaft hat bei der Fahndung nach Jürgen Conings einen Ermittlungsrichter wegen "versuchten Mordes und verbotenen Waffenbesitzes in terroristischem Zusammenhang" eingesetzt. Deshalb nennt VRT NWS-Flanderninfo ihn jetzt einen Terrorverdächtigen.

Gestern Abend durften wegen der Suche nach Jürgen Conings eineinhalb Stunden lang keine Züge im  Brüsseler Nordbahnhof halten. Auslöser war eine Meldung,  Conings sei wahrscheinlich in dem Bahnhof gesehen worden. Die Bundespolizei griff sofort ein.

Der gesamte Bahnhof wurde durchsucht, was bedeutete, dass zwischen 20.10 Uhr und 21.40 Uhr keine Züge in Brüssel Nord halten durften. Sie durften jedoch wohl durchfahren. Der Bahnhof wurde ebenfalls für eine Weile evakuiert und ein Teil des Bahnhofs wurde für Fußgänger gesperrt. Es handelte sich aber um einen falschen Alarm.

Conings verließ seine Kaserne am vergangenen Montag mit einem Arsenal schwerer Waffen und ist seitdem verschwunden. In Briefen hat er Drohungen gegenüber Politikern, Virologen und der Armee ausgesprochen. Er ist der einzige Soldat auf der Liste der OCAD, dem Gremium, das die terroristische Bedrohung in unserem Land analysiert. Am Freitag wurde ein Ermittlungsrichter eingesetzt, Conings wird nun im Rahmen einer Terrorermittlung gesucht. Inzwischen wurde auch Interpol eingeschaltet und wird international nach dem terrorverdächtigen rechtsradikalen Soldaten gefahndet.

Appel der Bundesstaatsanwaltschaft an Conings: Was bedeutet das?

Jürgen Conings wird seit fast einer Woche vermisst. Sein Auto wurde in der Nähe des limburgischen Nationalparks Hoge Kempen gefunden. Die Polizei und die Armee suchten vergangene Woche mit aller Macht nach Spuren von Conings, aber sie fanden bisher nichts und brachen die Durchsuchung des Naturparks deshalb ab. Der Park ist seit dem gestrigen Pfingstsonntag wieder für Besucher geöffnet. Am Freitag und Samstag wurden mehrere Suchaktionen in der Wohnung und im persönlichen Umfeld von Conings durchgeführt, jedoch ohne Ergebnis.

Gestern Abend richtete die Bundesstaatsanwaltschaft zeitgleich in den 7 Uhr-Nachrichten der öffentlich-rechtlichen VRT und des Privatfernsehens VTM einen Appell an die Bevölkerung und an Conings selbst. "Bisher gab es keine Verletzten und es wurde keine Gewalt angewendet und das ist eine sehr gute Sache. Wir rufen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren, um dies gemeinsam zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Wir bitten Jürgen Conings, sich an jemanden zu wenden, dem er vertraut", sagte Bundesstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw.

Caroline Van den Berghe, Justizspezialistin bei VRT NWS, schließt daraus, dass die Bundesanwaltschaft wenig konkrete Hinweise auf Conings' Aufenthaltsort hat. Van den Berghe hörte Van Leeuw zwischen den Zeilen sagen, dass die Situation noch auf eine unblutige Art und Weise beendet werden kann. "Sollte Conings gefunden werden, wird er verhaftet und möglicherweise strafrechtlich verfolgt. Aber das kann ohne Blutvergießen geschehen."

Und was nun?

Es bleibt die Frage, wie die Ermittlungen weiterlaufen werden. Die Großfahndung im Nationalpark Hoge Kempen wurde zwar eingestellt, aber die Bundesstaatsanwaltschaft arbeitet nach eigenen Angaben hinter den Kulissen weiter hart. Alles ist noch offen, heißt es.

Was Conings wirklich im Schilde führt, weiß niemand. Aus seinen Briefen soll hervorgehen, dass er sehr wütend auf die Regierung, die Virologen im Allgemeinen und insbesondere auf den Virologen Marc Van Ranst ist. Er schreibt auch, dass er "in den Untergrund geht" und dass er keine Angst vor dem Tod hat. Die Ermittlungen ergaben weiter, dass Conings besonders gut vorbereitet sein muss. Es besteht also die Möglichkeit, dass er bereits im Vorfeld einen kompletten Fluchtplan vorbereitet hat.

Seit letzter Woche befinden sich der Virologe Van Ranst und seine Familie an einem sicheren Ort, einem sogenannten ‚Safe House'. Solange Conings nicht gefunden wurde, besteht eine große Chance, dass Van Ranst weiterhin untertauchen muss.

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